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Ein Rüttgers lacht, einer ist aus Pappe

Von: Thorsten Karbach
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Kostet den süßen Moment aus: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit den „Printessinnen” Maria Saacke (links) und Nina Mainz. Die jungen Frauen in den Printenkleidern sind Teil des Programms. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das kann im wörtlichen Sinne heiter werden, denn Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ist schon bei der Generalprobe bester Laune. Am Samstag wird der Ministerpräsident mit dem Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet, am Freitag scherzte er bereits im Foyer.

„Das werden wir alles schon hinbekommen”, sagt er und lacht. Doch bei aller rheinischen Gelassenheit ist der Landesvater nicht gewillt, die ganze närrische Geschichte unvorbereitet auf sich zukommen zu lassen. Bereits am Donnerstag stand er probeweise auf der Bühne, tags drauf erneut. Rüttgers hat viel vor, nicht nur gesprochene Worte wird er bieten wollen. Man darf gespannt sein.

Der Tag der Generalprobe ist auch der Tag des doppelten Rüttgers. Denn als Ehrengast sitzt er bereits auf seinem Platz im Saal, als der Ministerpräsident die Bühne betritt - wobei der Ehrengast aus Pappe ist. Überall dort, wo heute die Prominenz Platz nimmt, stehen solche Pappschilder, damit die Kameramänner die Abläufe trainieren. Wie bekomme ich Mario Adorf lachend ins Bild? Wo klopft sich Max Schautzer auf die Schänkel? Vorne in der ersten Tischreihe übrigens.

Rüttgers und seine Frau Angelika werden Auge in Auge mit Oberbürgermeister Marcel Philipp und dessen Frau Gabriele den Abend erleben. Mit am Tisch sitzt auch Armin Laschet, in Rüttgers Rücken Außenminister Guido Westerwelle, in Rüttgers Blickrichtung wurden Mario Adorf und viele Minister platziert. Gespannt sein darf man auf den bislang unbekannten Zwillingsbruder von Printenfabrikant Hermann Bühlbecker. Einer der Pappkameraden kündigt jedenfalls einen Herrn Hartmut Bühlbecker an, der Hermann Bühlbecker zum verwechseln ähnlich sieht.

Der hat dafür aber einen prima Blick auf die Bühne - und damit auf die neue Kulisse. Wie ein abstraktes Märchenschloss sieht die aus. Es gibt Türmchen und Bögen, alle Elemente sind großflächig beleuchtet - in wechselnden Farben. Dazu kommen Lichtpunkte und Leinwände - diverse kleine Filmchen werden die Ordensverleihung (Motto: „60 Jahre und kein bisschen leise”) auflockern. Unter anderem Glückwünsche aus Köln samt eines Bernd-Stelter-Liedchens auf den Ordensträger.

Mit Aachen hat das Bühnenbild nichts zu tun, dafür aber ganz viel mit Fernsehen. Denn die detaillierten Kulissen der Vergangenheit waren fürs TV schlichtweg unbrauchbar. Es ist vieles anders, als in den vergangenen 59 Ordensverleihungen, an die im Foyer auf weiteren Leinwänden erinnert wird. An Theo Waigel, an Johannes Rau, an Prinzen und Präsidenten.

Im Saal ist die Handschrift der Produktionsfirma Werner Kimmig und des Hape-Kerkeling- und Von-der-Lippe-Autoren Klaus de Rottwinkel (Musik: Meinolf Bauschulte) wird bei den Proben rasch deutlich. Das Ergebnis ist vielleicht etwas weniger volkstümlicher Karneval, aber professionelle Unterhaltung. Etwa mit Fernsehsternchen Desiree Nick als Nofretete. Die muss auf der Bühne bei der Probe eine Pointe auf einem Zettel nachlesen. „Ich habe ja noch Zeit zum Üben”, sagt sie. Und wie das mit verpatzten Generalproben ist, das ist ja bekannt.

Es ist ein straff organisierter Tag im Eurogress. Um 7.30 Uhr wurden die ersten Stühle in den Saal getragen, um 10.30 Uhr die ersten Kameras in Betrieb genommen. Kurz vor 16 Uhr - später als geplant - wird dann geprobt. Deutsches Fernsehballett, Kinderprinz, Dirk von Petzold - es gibt reichlich vielversprechendes in der Probenhektik. „Das ist immer noch der gleiche Wahnsinn”, sagt Ehrenpräsident von Petzold.

Rüttgers fühlt sich während dessen sichtlich wohl. Für ein Pressefoto hat er sich bei den „Printessinnen” Maria Saacke und Nina Mainz einhaken dürfen. Die Kameras klicken. Danke, Herr Ministerpräsident. Der schaut schelmisch in die Runde. „Können Sie nicht weiterknipsen, es ist gerade so nett”, sagt er und lächelt den jungen Frauen zu. Es kann heute - wie gesagt - heiter werden.
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