Aachen - Der AKV-Ritter als Risikofaktor

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Der AKV-Ritter als Risikofaktor

Von: Manfred Kutsch
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Licht und Schatten:  Foto: dap
Licht und Schatten: Foto: dapd

Aachen. Die Wahl des Ordensritters „Wider den tierischen Ernst” 2011, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, sorgt hinter den Kulissen des Aachener Karnevalvereins (AKV) für Vorfreude - aber auch für Irritationen.

Nach der Bekanntgabe am 30. August sollte Ende letzter Woche eine Pressekonferenz in Berlin stattfinden - ein Termin aber wurde bis heute nicht gefunden. Zudem reagierte der Pressestab von Guttenberg erst nach mehreren Tagen auf wiederholte Anfragen unserer Zeitung. Dann teilte sein Sprecher Christian Dienst mit: „Ich kann definitiv die Zusage bestätigen.”

„Wir hatten uns die Vorbereitung seiner Bekanntgabe unter geringerem Druck vorgestellt”, räumt der neue AKV-Präsident Werner Pfeil ein. Doch dem machte sein Vorgänger Horst Wollgarten einen Strich durch die Rechnung. Um 16 Uhr erhielt Wollgarten am Tag der AKV-Jahreshauptversammlung, dem Montag voriger Woche, das Fax des Guttenberg-Referenten mit der Zusage.

Doch dem Vernehmen nach unterrichtete der vier Stunden später abgetretene Präsident nicht zunächst seinen Nachfolger und Elferrat, sondern den AKV-Medienpartner WDR. Damit war die schillernde Personalie öffentlich, ohne dass man mit dem - terminlich extrem ausgebuchten - Minister selbst gesprochen und interne Absprachen getätigt haben konnte. Wollgarten ließ es sich in seinen letzten Amtsminuten nicht nehmen, den neuen glamourösen Ritter den AKV-Mitgliedern selbst zu verkünden. Der Applaus war ihm sicher.

Pfeil und seinem Elferrat bleibt jetzt, die Antworten auf viele Fragen zu finden: Warum immer noch keine öffentliche Vorstellung des Ritters? Und: Ist die Wahl des Verteidigungsminsters ohne Risiko? Was macht der AKV, wenn im Vorfeld der Festsitzung am 19. Februar 2011 in Afghanistan deutsche Soldaten zu Tode kommen oder ein zweites Kundus passiert? „Dieser Gefahr sind wir uns bewusst. Für den Fall, dass der Minister tatsächlich nicht kommen könnte, haben wir eine gute Lösung gefunden”, sagt Werner Pfeil, der sich derzeit nicht näher dazu äußern will. „Wir warten auf einen Terminvorschlag aus Berlin für die Pressekonferenz”, so Pfeil.

Auch die Fernsehaufzeichnung wird bereits vorbereitet: Ein Gespräch mit der Produktionsgesellschaft Kimmig GmbH führte er bereits, das mit dem WDR steigt nächste Woche. Mit heißem Draht pflegt Pfeil auch die Kontakte zu neuen und alten Sponsoren für die Festsitzung, die „eine hochkarätige Veranstaltung mit vielen Politikerreden” werden soll.

Derweil wird über die Aufsehen erregende Ritterwahl in vielen Facetten diskutiert. AKV-Ehrenpräsident Georg Helg regt für die Zukunft an: „Ich würde mir vom neuen Präsidenten wünschen, dass man in Zukunft die Ritterentscheidungen vorher auch mit den beiden Ehrenpräsidenten und dem Oberbürgermeister diskutiert, um sich auszutauschen und mal eine Nacht darüber schlafen zu können.” Dafür war in diesem Jahr wohl offensichtlich keine Zeit.
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