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Das Öcher Herz bleibt auf der Strecke

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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Die 4 Amigos sind einfach spitze: Uwe Brandt, Stefan Beuel, René Brandt und Dietmar Ritterbex (von links) geben einen der wenigen Höhepunkte der Sitzung. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Ordensverleihung wider den tierischen Ernst ist auch für die Öcher stets ein Ereignis. Da ist es schon schade, dass der Anteil der lokalen Beiträge immer mehr zurückgedrängt wird, um einer zusammenhanglosen Nummernshow Platz zu machen. Das Öcher Herz bleibt da auf der Strecke.

Dass die Aachener in der Lage sind, besten Fastelovvend zu bieten, dürfte auch dem Aachener Karnevalsverein (AKV) bekannt sein. So sind etwa die 4Amigos ohne Probleme dazu in der Lage, das Publikum mitzureißen. Die Jecken hält bei der Gruppe aus dem Aachener Ostviertel nichts mehr auf den Stühlen. Das ist Stimmung von der besten Sorte.

Drei Lieder dürfen die vier Freunde singen, dann werden sie von AKV-Präsident Horst Wollgarten von der Bühne komplimentiert. Das Narrenvolk fordert zwar weiter Zugaben, aber die werden nicht gestattet. Das ist unverständlich, da das Fernsehen die Ordensverleihung aufzeichnet und man nicht an einen straffen Livezeitplan gebunden ist. Ebenso unverständlich ist, dass die Verleihung des Zentis-Kinderkarnevalspreises ans Gymnasium St. Ursula, der mit 3333,33 Euro dotiert ist, irgendwo ins Programm gequetscht wird, anstatt den Preis während des Auftritts des Märchenprinzen zu übergeben.

Dafür kommt der Öcher Kinderkarneval gut an. Märchenprinz Jan I., sein Hofstaat, seine Prinzengarde und das Tanzpaar sind toll. Innerhalb ihres Kinderkarnevals hätte die Preisvergabe gut gepasst, zumal rund 25 Schülerinnen der Schule den Prinzen als sogenannte Fans auf die Bühne begleiten.

Unverwüstlicher Lennet Kann

Lokalkolorit, davon ist am Samstagabend wenig zu spüren. AKV-Ehrenpräsident Dirk von Pezold gibt zwar unverwüstlich den Lennet Kann und als kleines Bonbon noch einen Sinatra-Song. Und sogar der Auftakt ist vielversprechend. Mit klingendem Spiel marschieren die Öcher Börjerwehr, die Oecher Prente und die Öcher Duemjroefe auf, und das karnevalistische Herz freut sich auf einen schönen Aachener Abend.

Doch das ist es dann schon fast mit den Öcher Beiträgen. Sicher, Prinz Dirk IV. kommt mit seinem Hofstaat, der Prinzengarde mitsamt Musikzug und darf ein bisschen unterhalten. Noch schnell ein Tänzchen vom Prinzengarden-Paar Jennifer Deerberg und Elmar Bosold, dann ist Jürgen Beckers dran. Er schwächelt, von ihm ist man Besseres gewöhnt.

Fazit: Die Sitzung hätte auch in jeder anderen deutschen Stadt stattfinden können. Zumal die per Video eingespielten Gratulationen zur 60. Ordensverleihung ohnehin nur von kölschen Gruppen wie den Bläck Fööss und Büttenrednern wie Bernd Stelter kommen. Überflüssig zu fragen, warum die Karnevalsstars sich nicht persönlich in Aachen blicken lassen. Dafür marschiert aber eine Abordnung der Kölner Ehrengarde ein und der naive jecke Gast freut sich schon auf Garden- und Mariechentanz. Doch was kommt? Nur ein paar Grußworte und dann Abmarsch. Da hätte die Oecher Penn sicher weitaus mehr geboten.
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