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Aufstand von 26 Vereinen gegen den AKV

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
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Vermittler: Penn-Kommandant Jürgen Brammertz. Foto: Jaspers

Aachen. In der Auseinandersetzung um die Festsitzung und die AKV-Absage der Straßensitzung am vergangenen Samstag folgte am Dienstag eine „närrische Revolution” innerhalb des Ausschusses Aachener Karneval (AAK).

Der „Stammtisch der Präsidentinnen, Präsidenten und Kommandanten” verabschiedete einen Offenen Brief an AAK-Vorsitzenden Wilm Lürken mit dem Antrag, in Zukunft den AKV nicht mehr den Prinzen stellen zu lassen.

In der Begründung heißt es, dass sich „der AKV offensichtlich in keinster Weise mit dem Aachener Karneval identifizieren” würde. Dokumentiert werde dies „durch die Tatsache, dass weder die Prinzengarde der Stadt Aachen noch der amtierende Prinz” in der Fernsehfassung zu sehen gewesen sei. Weiter heißt es: „In anderen Hochburgen des Karnevals ist es schon lange Tradition, dass die Tollitäten vom Festausschuss gestellt werden.”

Schließlich vertrete der Prinz „alle Vereine und die Öcher und nicht nur einen Verein”. Die Forderung wurde von 26, überwiegend kleinen Vereinen unterzeichnet - sie repräsentieren exakt die Hälfte aller 52 dem AAK angeschlossenen Karnevalsgesellschaften. Einer der „Aufständigen”, der Präsident und Kommandant der KK Närrische Garde, Norbert Mertens, zeigt die Zielrichtung an: „Wir drücken damit unsere unbedingte Solidarität zu Prinz und Prinzengarde aus.”

AKV-Präsident Horst Wollgarten reagiert erwartungsgemäß ablehnend: „Wir würden da schon um eine Qualifizierung dieser Meinung bitten. Der AKV stellt den Aachener Prinzen seit 123 Jahren und sieht das auch weiterhin als seine Aufgabe. Und zwar ohne Wenn und Aber.”

Die Anbindung des Prinzen an den AAK lehnt auch AKV-Ehrenpräsident Georg Helg vehement ab: „Der AKV stellte den Prinzen auch in Zeiten, in denen es nicht einfach war, eine Tollität zu finden.” Der Verein habe dabei „oft in erheblichem Maße die finanziellen Risiken ganz oder teilweise getragen.”

AAK-Präsident Wilm Lürken will jetzt „zunächst einmal die Session zu Ende bringen”. Dann werde sich sein Vorstand „in Ruhe mit dem Stammtisch wie auch dem AKV an einen Tisch setzen”. Lürken zeigt sich freilich beeindruckt von der Geschlossenheit der Absender des Offenen Briefes: „Auf jeden Fall meldet sich hier eine Stimme, die man hören und nicht sofort beiseite schieben soll.”

Geradezu flehentlich appellieren die Sprecher des Prinzenkorps, Roger Lothmann, Frank Prömpeler und Marcus Quadflieg, „jetzt zusammen zu stehen und eine Lösung im Sinne des Öcher Karnevals zu finden”. Und weiter: „Die derzeitige Außendarstellung von AKV und Aachener Kaneval sehen wir mit Sorge.” Zum Selbstverständnis der Ex-Prinzen sagen sie: „Als Korps sind wir ein Gremium im AKV und sehen uns auch als Teil aller Aachener Karnevalsvereine.” In der Forderung des Stammtisches einer Abkoppelung zum AAK erkennen die Sprecher „eine eventuell emotionale Reaktion, der wir uns nicht anschließen können”.

Derweil sehen sich große Vereine wie Oecher Penn, Prinzengarde oder Öcher Börjerwehr „in einer Vermittlerrolle”, wie sich Penn-Kommandant Jürgen Brammertz ausdrückt. „Man sollte dem AKV jetzt erst einmal Ruhe geben, um zu sich zu kommen.”

Erst einmal Feiern

Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp übt sich in Deeskalation des Streites: „Nun lasst uns doch erst einmal Karneval feiern.” Die Diskussionen seien inzwischen „übersteigert”. Philipp erinnert daran, „dass der AKV mit anderen Veranstaltungen wie Florresei, Carnevale, Kinderfest tief im bodenständigen Karneval” stehe. Die Festsitzung sei „immer und weiterhin ein wichtiges Aushängeschild für Aachen” - auch wenn im Fernsehen „das Erscheinungsbild der Stadt durch schlechte Schnitte” gelitten habe. Philipps Vorgänger Jürgen Linden nimmt beide Seiten in die Pflicht: „Der AKV kann nicht ohne die Vereine und die Vereine nicht ohne den AKV.” Und: „Kritik ist immer gut, es geht jetzt darum, sie konstruktiv umzusetzen.” Im übrigen sehe er „genügend Potenzial im Aachener Karneval, vor allem junge Kräfte, die es auf die AKV-Bühne schaffen könnten”.
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