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Was ist eigentlich Physik, Herr Professor?

Von: Christina Diels
Letzte Aktualisierung:
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Mit Experimenten Dingen auf den Grund gehen: Das ist Physik, hat Professor Lutz Feld den Kinderuni-Hörern erklärt. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Die fünf Kugeln pendeln im Takt. Sie tanzen nicht aus der Reihe. Wenn Lutz Feld die linke äußere Kugel anstößt, fliegt die äußere, rechte Kugel weg, dann die linke, dann die rechte... Und wenn der Professor zwei Kugeln gleichzeitig anstößt, fliegen auf der anderen Seite zwei weg.

„Woher wissen die Kugeln das?”, hat der Physik-Professor am Freitag 900 Kinderuni-Hörer gefragt.

Fragen über Fragen

Und wie fliegt eine Rakete? Warum spiegelt sich das Licht in einer CD in bunten Farben? Und was sagen uns diese Spiegelungen über Atome? Fragen, die den 41-jährigen Professor vom Physikalischen Institut der RWTH Aachen beschäftigen. Und weil Kugeln und Raketen nicht antworten können, machen Physiker Experimente, um die Fragen zu beantworten.

„Selbst wenn man die Experimente nicht versteht”, sagt Feld. „Es gibt etwas zum Angucken in der Vorlesung.” Matthias, 11, aus Herzogenrath ist begeistert von den vielen Versuchen: „Es passiert so schön viel.”

Die Kinder kreischen und reißen die Arme hoch: als Feld einen Kreisel schweben lässt, als er aus einer kleinen Flamme einen 1,50 hoher Feuertornado zaubert und als eine Rakete sechs Meter über die Bühne im Audimax fliegt.

Die Rakete bewegt sich nach vorne, weil sie nach hinten etwas abwirft, erklärt Feld. Das Prinzip gilt auch für den Versuch mit dem Rollbrett. Der Professor ruft zwei Kinder auf die Bühne. Samuel setzt sich auf das Brett, Magnus steht erst, springt nach hinten ab und schon rollt das Brett nach vorne.

Ein Versuch folgt auf den nächsten. „Ah, eine Kompassnadel”, rufen die Kinder. Matthias erkennt einen Elektromagneten. Eine stromdurchflossene Spule erzeugt ein Magnetfeld, erklärt Feld. Und damit kleine Glühbirnen nicht durchbrennen, gibt es einen Trick, wie man den Strom aus der Steckdose abschwächt: den Transformator. Mit einer zweiten Spule, die weniger Windungen hat als die erste, wird die Spannung kleiner. „Jeder Computer, jede Lampe hat ein solches Netzteil”, sagt Feld.

Umgekehrt funktioniert es auch. Wenn die zweite Spule mehr Windungen hat als die erste, wird die Spannung größer. Aus 10.000 Volt werden 100.000 Volt und ein blauer Blitz erscheint oben auf der Spule, die mit feinem Draht umwickelt ist. „Wie viele Windungen”, wollen die Kinder wissen. „Das weiß ich nicht”, antwortet der Professor. „Viele Hundert Mal.” Feld hält eine Neonröhre an den Blitz. Sie leuchtet orange. Die Kinder kreischen. „Jetzt kommt eine Röhre, die mit Wasserstoff gefüllt ist”, kündigt Feld an. Sie leuchtet hellblau. Quecksilber ist hellblau bis türkis. Die Kinder klatschen.

„Warum leuchten die Gase verschieden?”, fragt Feld und hat schon den nächsten Versuch aufgebaut. Eine Kerze, die sich in einer CD spiegelt, zerlegt das Licht in seine Bestandteile: Aus weißem Licht ensteht ein Regenbogen. Wenn Feld eine Leuchtröhre vor die CD hält, verschwindet der Regenbogen. Matthias überlegt mit seinem Nachbarn Clemens, 10, woran es liegen könnte, dass nicht alle Farben herauskommen. Matthias zuckt mit den Schultern. Feld erklärt: „Jedes Atom hat seinen eigenen Fingerabdruck.”
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