Aachen - So gelingt die Lebensrettung für den Wattebausch

So gelingt die Lebensrettung für den Wattebausch

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
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Zeigte, wie leicht Brandschutz funktionieren kann, mit einem einfachen, aber beeindruckenden Experiment: Feuerwehrfrau Steffi.

Aachen. Ein Pfeifen ertönte, dann eine Durchsage: „Bitte räumen Sie sofort das Gebäude!“ Nicht zu überhören. Die zweite Vorlesung der Kinderuni des Zeitungsverlages Aachen und der RWTH Aachen befasste sich am Freitag mit „Feuer und Flamme – Brandschutz für alle“ und meinte damit wirklich alle.

Es brannte zu diesem Zeitpunkt nicht im Zentralen Hörsaalgebäude C.A.R.L. der RWTH. Vielmehr wurden die Kinder von Carmen Leicht-Scholten, Professorin für Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften im Fachbereich Bauingenieurwesen, aufgefordert zu beobachten, wie sich ein paar Freiwillige beim Feueralarm verhalten. Was tut der Mann im Rollstuhl? Was die gehörlose Frau? Wie kommt der blinde Mann zurecht, und verstehen die Austauschstudenten aus Irland und Kanada, worum es geht?

„Weil sich alle gegenseitig geholfen haben, sind am Ende alle gut aus dem Gebäude gekommen“, konnten die Kinder feststellen. Auch wenn die Selbstrettung immer an erster Stelle steht – allein hätte die gehörlose Frau gar nicht mitbekommen, dass ein Alarm losgegangen ist. Und der blinde Mann hätte wahrscheinlich die Notausgänge nicht gefunden. „Deshalb versuchen wir bei Technik und Technikentwicklung ganz unterschiedliche Menschen und ihre Bedürfnisse im Blick zu haben. Wir wollen Technik entwickeln, die niemanden vor Barrieren stellt“, sagte Leicht-Scholten.

Das gilt auch bei der Installierung von baulichem Brandschutz, der im besten Fall allen zugutekommt. Das erläuterte Georg Spennes, staatlich anerkannter Sachverständiger für die Prüfung des Brandschutzes und Dozent unter anderem an der RWTH Aachen. Er arbeitet regelmäßig mit Leicht-Scholten zusammen.

Spennes ließ von Feuerwehrfrau Steffi tatsächlich ein richtiges Feuer entfachen – alles abgesichert in einer doppelten Wanne mit bereitstehendem Feuerlöscher. Der ins Feuer gehaltene Wattebausch hatte keine Chance. Logisch. Im zweiten Versuch hielt Steffi allerdings eine Brandschutzbauplatte zwischen Feuer und Wattebausch: Lebensrettung für den Wattebausch, und auch die Brandschutzplatte sah danach noch ganz ansehnlich aus.

Bauliche Maßnahmen wie Brandschutztüren können also Leben retten. „Ebenso wichtig sind Rauchmelder in Wohnungen“, vergaß Spennes nicht, den Kindern mit auf den Weg zu geben. Und er hatte noch eine gute Nachricht: „In Deutschland müssen Menschen nur selten über die Drehleiter der Feuerwehr gerettet werden, weil die meisten Gebäude brandschutztechnisch gut ausgerüstet sind.“

Die nächste Kinderuni ist am 8. Dezember.

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