Aachen - Kinderuni: Wenn die Treppe zum riesigen Klavier wird

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Kinderuni: Wenn die Treppe zum riesigen Klavier wird

Von: die
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Wie Kommunikation in Zukunft aussieht? Diese Kinder, die den Vortrag von Professor Martina Ziefle verfolgen, werden es erleben.

Aachen. Ein Kater, der schnurrt. Ein Wolf, der die Zähne fletscht. Und ein Kind, das ausgelassen jubelt. „Wir Lebewesen haben alle eingebaute Mechanismen, die uns erlauben zu kommunizieren“, sagt Professor Martina Ziefle vom Lehrstuhl für Communication Science an der RWTH Aachen.

„Wir kommunizieren, tauschen also Informationen aus, um uns zu verständigen“, hat Ziefle am Freitag rund 600 Teilnehmern in der Kinderuni erklärt. Aimée, 9, aus Geilenkirchen sitzt in Reihe 4 im Hörsaal Audimax, dem größten Hörsaal der Aachener Uni. Und sie schreibt mit: „Warum wir kommunizieren.“ Zum Beispiel auch, um Gefühle oder das eigene Befinden auszudrücken. Ständig teilen wir uns etwas mit: über Sprache, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gesten.

Ziefle ruft ein Mädchen auf die Bühne und flüstert ihr zu, dass sie so tun soll, als sei sie sauer. Das Mädchen zeigt es den anderen Kindern im Saal allein durch ihre Körperhaltung und ihre Mimik. Ganz ohne Worte. Aimée malt einen Smiley mit grimmigem Gesicht in ihr Heft.

Im Schnelldurchlauf führt die Professorin die Kinder durch die Geschichte der Kommunikation, von der Steinzeit bis heute. Folie folgt auf Folie in ihrem Vortrag. Und es geht noch weiter. „Können wir in Zukunft auch Gegenstände kommunizieren lassen?“, fragt Ziefle. Aimée schüttelt den Kopf. Unvorstellbar.

Viele Beispiele

Ziefles Vortrag ist bunt und voll mit Beispielen: Eine intelligente Kette, die die Körperstimmung über eine Farbe anzeigt. Ein schlaues Wohnzimmer, dessen Bewohner über eine riesige elektronische Wand kommunizieren kann. Es ist ein Wohnzimmer, in dem in Zukunft Senioren leben könnten. Sie könnten auf der riesigen Wand ihre Familie per Video dazu schalten. Und im Notfall kann die dann auch Hilfe rufen.

Auch Stadtviertel können in Zukunft kommunizieren, sagt Ziefle. Und dann zeigt sie in einem Film eine Treppe in einer schwedischen U-Bahn-Station, die Wissenschaftler zu einem riesigen Klavier umgebaut haben. Die Stufen sind schwarz und weiß angemalt und erzeugen Töne, wenn Menschen darauf laufen. „So kann man Leute dazu bringen, die Treppe zu nehmen anstatt die Rolltreppe“, sagt Ziefle. „Cool“, sagt Aimée und hört den Klängen zu. Mit diesen Bildern kann auch sie sich vorstellen, wie in Zukunft Gegenstände kommunizieren können.

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