Kinderuni: Wenn beim Professor das Handy klingelt

Von: Christina Diels
Letzte Aktualisierung:
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Das Handy stand im Mittelpunkt der Kinderuni am Freitag. Foto: Harald Krömer

Aachen. Stell dir vor, du steckst nach einer Notlandung auf einer einsamen Insel fest. Dem Piloten und dir ist zum Glück nichts passiert, aber ein Flügel ist abgebrochen. Ihr könnt nicht wieder starten und sitzt irgendwo mitten auf dem großen Ozean.

Kein Mensch weit und breit. Nur du und der Pilot. Was machst du? „Erstmal würde ich mit meinem Handy Hilfe rufen”, sagt Sophie, 12, aus Strauch bei Simmerath. Vorausgesetzt sie hat Empfang, so wie gerade im größten Hörsaal der Uni Aachen. Da sitzt sie neben ihrer Schwester Leonie, 8, in der Kinderuni. Ihr Bruder Tim, 10, fehlt, weil er Fußball spielt.

Kein Netz

„Manchmal habe ich zuhause keinen Empfang”, sagt Sophie. Darauf will auch der Professor hinaus, der vorne auf der Bühne steht. Der Mann mit den kurzen dunklen Haaren heißt Rudolf Mathar und hat Sophie, Leonie und rund 700 Kinderuni-Teilnehmern erklärt, warum ein Handy auf einer einsamen Insel nicht funktioniert. „Ohne Netz kannst du mit deinem Handy keine Hilfe rufen”, sagt Mathar. „Denn Handys leben in Zellnetzen.”

Dann zeigt er eine Karte von Aachen, auf der ganz viele Zellen die Stadt überdecken. Über Deutschland liegt natürlich ein noch viel größeres Zellnetz. Eine Zelle wird von einer Basistation versorgt, erklärt Mathar. Wenn du jemanden anrufen möchtest, verbindet sich dein Handy immer zur nächsten Basisstation.

Und wie unterhalten sich Handy und Basisstation? Sophie zuckt mit den Schultern. Das ist kompliziert. Darum vereinfacht der Professor die Antwort: über Radiowellen. Die kann man sich ein bisschen so vorstellen wie Wasserwellen. Darum hat Mathar ein Aquarium mitgebracht. Er steht auf der einen Seite, ein Helfer auf der anderen. Wenn er mit der Hand eine Welle produziert, spürt der Helfer das am anderen Ende des Beckens. Hält er seine Hand ruhig, spürt er nichts. Dieses Prinzip nutzen auch Handy und Basisstation, wenn sie sich unterhalten.

Fachmänner wie Mathar reden von Bits, das sind die Zahlen Null und Eins. „Ich sende - ich sende nichts, ich spüre etwas - ich spüre nichts, Eins - Null”, erklärt Mathar. Und mit Null und Eins lassen sich Buchstaben und Sprache darstellen. U bekommt die Folge 1010101,N die Folge 1001110 und I ist 1001001. So kannst du das Wort „Uni” verschicken.


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