Aachen - Auf der Schiene läuft alles geregelt ab

Auf der Schiene läuft alles geregelt ab

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Kinderuni
Alles geregelt auf der Schiene: Professor Ekkehard Wendler erklärte am Freitag den Gästen unserer Kinderuni, wie Fahrpläne entstehen und warum Züge nicht entgleisen. Foto: Markus Schuld

Aachen. Um 17.09 Uhr hat Professor Ekkehard Wendler, 43, im Hörsaal Audimax das Signal auf Fahrt gesetzt. Fast pünktlich ist die erste Vorlesung der Kinderuni im neuen Jahr gestartet. Am Modell hat Wendler 900 jungen Hörern erklärt, wie Eisenbahnräder gebaut sind, damit sie nicht entgleisen.

Mit Christina Diels hat er darüber gesprochen, wie kompliziert ein Fahrplan ist, und wie Ingenieure und Informatiker mit Signalen Zusammenstöße von Zügen verhindern. Denn damit kennt sich der Professor für Schienenbahnwesen und Verkehrswirtschaft an der RWTH aus.

Und als Ekkehard Wendler um 17.52 Uhr im Modell im Hörsaal das Signal auf Halt gesetzt hatte, durfte jedes Kind ein Tütchen Gummibärchen in ICE-Form mit nach Hause nehmen.

Abfahrt in Aachen um 8.39 Uhr, Ankunft Köln um 11.15 Uhr. Können Sie sich erklären, warum Züge so oft Verspätung haben?

Wendler: Auf den Hauptstrecken und in den großen Bahnhöfen sind sehr viele Züge in dichtem Abstand unterwegs. Wenn es zu Störungen kommt, dauert es einige Zeit, bis alles entwirrt ist und wieder nach Fahrplan fährt.

Wer stellt den Plan auf?

Wendler: Im Fahrplan sind sämtliche Züge eingezeichnet mit den jeweiligen Haltestellen und Uhrzeiten. Weil das sehr kompliziert ist, entwickeln wir an der RWTH Computer-Programme, die helfen, den Plan aufstellen.

Funktionieren die Signale auf der Schiene so wie Ampeln im Straßenverkehr?

Wendler: Auf der Schiene läuft es geregelter ab als auf der Autobahn oder im Straßenverkehr. Denn zwischen zwei Signalen befindet sich immer nur ein Zug. Damit ist ein sicherer Abstand gewährleistet. Erst wenn der erste Zug am zweiten Signal vorbei ist, wird das an das erste Signal gemeldet. Erst jetzt darf der nächste Zug kommen. Auf Schnellfahrstrecken kann die Lokomotive übrigens bis zu zwölf Kilometer vorausschauen und schon die Signale sehen.

Signale verhindern, dass Züge auf dem Gleis zusammenstoßen. Und wer sorgt dafür, dass der Zug nicht entgleist?

Wendler: Das liegt daran, wie Achse und Räder bei Zügen aufgebaut sind. Die zwei Räder sitzen fest auf der Achse. Und das Eisenbahnrad selbst ist kegelförmig. Lässt man die Achse auf den Schienen abrollen, kommt es zu einer wellenförmigen Bewegung, als ob die Achse ein wenig eiert.

Ist das nicht sehr wackelig?

Wendler: Im Gegenteil. Durch den wellenförmigen Lauf hält sich die Achse von selbst auf der Schiene. Entscheidend ist, dass die Räder fest auf der Achse sitzen. Und es ist wichtig, dass das Rad nicht zylinderförmig ist. Denn dann würde es sich verkanten und entgleisen.

Wie verbringen Sie die Zeit, wenn Sie auf einen Zug warten?

Wendler: Ich denke darüber nach, wie man Verspätungen minimieren kann. Wenn die Kinder sich dafür interessieren, wie man Fahrpläne verbessert, oder wie man schnelle und sichere Achsen baut, sollten Sie einfach Ingenieur oder Informatiker werden.


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