Zum Jubiläum noch mal den Dreibeintanz

Von: Georg Dünnwald
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Das erfreute die Herzen des Publikums: Die Prinzengardisten zeigten eine Neuauflage des legendären Dreibeintanzes. Jennifer Deerberg hatte die Choreografie besorgt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Am Samstagabend um 23.10 Uhr konnte Garde-Kommandant Markus Bongers erleichtert aufatmen. Alles war gut gegangen, ja geradezu perfekt war die Jubiläumsgala der Prinzengarde zum 100. über die Bühne gegangen. Im ausverkauften Theater Aachen mit seinen 850 Plätzen hatte das werte Galapublikum eine schwungvolle Soiree erlebt.

Da war kein schwacher Programmpunkt zu sehen, die Akteure, ausschließlich aus Aachen und der Region, zeigten, dass sie erstklassig sind. Und mittendrin Markus Bongers, der eine Qualität als Moderator unter Beweis stellte, die andere Obernarren erst einmal finden müssen.

Eventmanager Christian Mourad hatte gemeinsam mit den Prinzengardisten das Programm auf die Beine gestellt. Er konnte sich nachher kaum der Glückwünsche erwehren. Allerdings, leise Kritik kam auf, weil die Show eine knappe Dreiviertelstunde länger gedauert hatte als geplant. Und das ohne Pause. Woran das Publikum nicht ganz unschuldig war. Denn (berechtigte) Forderungen nach Zugaben gehen in die Zeit.

Mourad dazu: „Da steckt man eben nicht drin. Das ist so bei Liveauftritten.” Oberbürgermeister Marcel Philipp, ebenso Ehrengast wie sein Vorgänger Jürgen Linden, kommentierte: „Manche Beiträge hätten schon kürzer sein dürfen, aber man wird ja nur einmal 100 Jahre alt.”

Philipp lobte die persönlichen Bezüge zur Prinzengarde, die die Akteure in ihre Auftritte eingeflochten haben. Gute Laune war Pflicht, Miesepeter hatten im Stadttheater nichts zu suchen. Schon vor Beginn der Gala war das Foyer des Schauspielhauses überfüllt. Und nach der Show tanzten und amüsierten sich die Gäste im Spiegelsaal bei hervorragender Swingmusik der Crombacher Muzikanten oder rockten auf der Bühne ab zur Musik von Pearls & Pigs.

Toll: Capella a Capella

Vielleicht sollte der eine oder andere große Karnevalsverein sich ebenfalls mutig zeigen und auch Capella a Capella engagieren. Die eigentlich karnevals-atypischen jungen Sänger, bereits Thouet-Preisträger und allesamt ehemalige Schüler der Domsingschule und Domchormitglieder, glänzten zu Beginn mit einem Medley von Öcher Fastelovvendsleddcher und stellten darauf ihre Begabung zur Komik unter Beweis.

Sie traten mit Mourad zusammen als die 13 Gründer der Prinzengarde im Januar 1910 auf. Die Brennerei Crumbach in der Pontstraße war eine gelungene Kulisse auf der Theaterbühne.

Der Verein war gegründet, das Ziel des Clubs ins Auge gefasst, nämlich die Begleitung des Prinzen Karneval hoch zu Ross im Rosenmontagszug. Da erschallte die sehnlichst erwartete Musik: Hurra tschingbumm, die Prinzengarde ist da!

Der Musikzug der Garde marschierte auf die Bühne, die Gardisten dahinter, mittenmang unter ihnen Vizekommandant Dirk IV. Trampen, dessen Amt ja eigentlich in dieser Session ruht, weil er Prinz ist.

Seine zwölf Hofstaatskollegen hatte er auch gleich in die Gardistenuniform gesteckt, noch nie war die Prinzengarde so stark und so präsent. Und dass die Tollität ebenfalls klasse ist, hat Dirk Trampen ja nicht nur am Samstag bewiesen.

Schlag auf Schlag ging’s weiter. Jürgen Beckers erwies sich als treffsicherer Gratulant aus dem Grenzland; Josef, Jupp und Jüppchen ließen das karnevalistische Herz mit ihrem Lied En wenn d’r Öcher ens jet sage will höher schlagen, Jupp Ebert, Dirk von Pezold und Ägid Lennartz verzauberten die Menschen mit ihren Liedern.

Große Klasse war schließlich TNBoom. Das Ballett der Choreografin Marga Render kann jedem Fernsehballett Ehre machen. Absolut fernsehreif sind auch die 4 Amigos, die Jonge aus der Öcher Bronx hatten das Publikum fest in ihrer Hand. Genauso wie Manni Hammers, der sich Gedanken über Geschenke machte und riet: „Schenken Sie sich die Geschenke!”

Eine Premiere erlebte die Neuauflage des Dreibeintanzes der Gardisten. Tanzmarie Jennifer Deerberg hatte ihn mit den Gardisten einstudiert. Das kam an. Ob Jennifer in der Session allerdings auftreten kann, steht in den Sternen, sie hat sich beim Tanztraining eine Verletzung zugezogen und geht zurzeit an Krücken.

Erstklassiger Elferrat

Erstklassig war der Auftritt des AKV-Elferrats, vor allem von Udo Dümenil, Rolf Gerrards und Dietmar Werner, die Lady Gaga ganz gaga interpretierten.

Im Finale intonierten Horst Hermanns, Dieter Koch und Hans Beuel den eigens zum Jubiläum komponierten Marsch. Nicht vergessen werden darf die Begleitcombo Blue Notes Trio, die für Stimmung zwischen den Programmpunkten sorgte.
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