Aachen - Tänzerinnen liefern Beweise fürs jecke Gen

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Tänzerinnen liefern Beweise fürs jecke Gen

Von: Lee Beck
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Von der KG Löstige Elsässer
Von der KG Löstige Elsässer ausgerichtet: der Ball der Mariechen im Geschwister-Scholl-Gymnasium. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Spagat, Rad und freier Überschlag „par excellence” zu schnellen Bässen und altbekannten Karnevalsliedern waren angesagt: Mehr als 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wirbelten über die Bühne in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums beim 32. Ball der Kindermariechen, den die der KG Löstige Elsässer ausrichteten.

Rund 850 Karnevalisten waren an beiden Tagen gekommen, um dem bunten Treiben beizuwohnen.

Am ersten Tag traten unter anderem die Bambinimariechen im Alter von bis zu sieben Jahren an. Hier siegte Celine Jansen des K.V. Immer Plaaan mit einer Wertnote von 28,2. Ein kurzer Blick, ob Kostüm, Schminke und Haare richtig sitzen, und dann ging es auch schon auf die große Bühne. Das Kuscheltier in der Hand und die Augen beim Anblick des jubelnden Publikums weit aufgerissen, blieb den Kleinen keine Zeit für Lampenfieber.

„Ich frage mich immer, wo man denn die Strumpfhosen für die kleinen Kinder bekommt”, wunderte sich bestimmt nicht nur Ingo Wahlen, Ehrenpräsident der Löstigen Elsässer. Von Kopf bis Fuß perfekt ausgestattet mit viel Glitzer und tollen Kostümen zeigten sich die Kleinsten. Auf den ersten Blick schien es aber, als lastete ein großer Druck auf den Kindermariechen. Doch wie Elsässer-Präsident Josef Bonnie erklärte: „Wir haben die Veranstaltung Ball genannt, weil es kein Tanzturnier ist.”

Oft seien die Leute zu ehrgeizig, dabei wolle man die Freude am Brauchtum in den Vordergrund stellen und den Kindern die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren. „Bei uns zählt nicht der Drill, sondern der Spaß”, fügte er hinzu. Beim Gardetanz der Bambini siegte die Gruppe der KG Eulenspiegel mit 26,6 Punkten und die Rathausgarde Öcher Duemjroefe belegte den 1. Platz als Bambini-Show-Gruppe mit 26,4.

Am Nachmittag folgten die Kindermariechen bis zwölf Jahre. Auch hier sahen die Richter ansprechende Auftritte. „Vor allem die Koe Jonge Richterich sind sehr mit ihrer Professionalität aufgefallen”, lobte Josef Bonnie. Der Verein stellte einmal die Siegerin des Solotanzes, Caroline Schmitz, die siegende Kinder-Showgruppe „Minidancer” und auch am zweiten Tag sahnte der Verein ab: Die Jugend-Showtanzgruppe Icebreaker und das Jugendtanzpaar Carolina Schmitz und Nico Errens gewannen jeweils in ihren Kategorien.

Bei der Kindergarde überzeugten die Tänzer der KG Oecher Prente mit einer Wertnote von 26,9 Punkten. Jil Gerards und Timo Zeevaert der Prinzengarde Brander Stiere waren das siegende Kindertanzpaar. „Für solch professionellen Auftritte muss man schon viel Zeit investieren um sie zu perfektionieren”, betont Präsident Bonnie. Auch am zweiten Tag nahm das Niveau der Tänze keineswegs ab. Bei den Jugendmariechen zwischen 13 und 15 Jahren siegte Maria Richter von der KG Oecher Prente mit 29,6 Punkten.

Die Siegerehrungen bei den jungen Tänzerinnen und Tänzern nahmen der designierte Prinz Thomas Sieberichs und Wilm Lürken, Präsident des Fest-Ausschusses Aachener Karneval (AAK) vor. Beim Gardetanz überzeugte hier die K.G. Närrische Flammengilde mit 28 Punkten und die Show-Tanz-Gruppe Marangis der KG Koe Jonge Richterich sicherte sich die Führung mit einer Wertnote von 28.8.

Es sei schwierig, Alt und Jung auf einen Nenner zu bekommen und eine Aufgabe, den Karneval am Leben zu erhalten, kommentierte Bonnie. Wie bei allen Vereinen fehlt es auch im jecken Dasein an Nachwuchs. „Es ist nicht einfach, die Jugend zu motivieren und oft ist es für die Eltern auch finanziell problematisch den Karneval zu finanzieren”, meinte er.

Mit 350 Euro aufwärts für ein Mariechenkostüm müssen die Eltern heutzutage rechnen und bei mehreren Kindern, die gerne tanzen, ist das gar nicht so einfach. Auch die vielen Auflagen der Stadt würden es mitunter schwierig machen, eine so große Veranstaltung zu organisieren. „Wir wollen nicht reich werden, aber es sollten auch keine Verluste gemacht werden”, erklärt der Präsident.

Trotz der Schwierigkeiten mit denen der 107 Mitglieder große Verein zu kämpfen hat, zeigte sich Geschäftsführerin Michaela Kolf nach der Veranstaltung erleichtert: „Es war sehr schön und es hat auch alles sehr gut geklappt.”
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