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Schlimmer Sturz schockt die Narren in Richterich

Von: Lars Odenkirchen und Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
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Da war die Welt im Richtericher Straßenkarneval noch in Ordnung. Später stürzte ein junger Mann von einem Wagen und verletzte sich schwer, der Zug wurde abgebrochen. Foto: Andreas Schmitter

Richterich. Der Zug lief schon eine ganze Weile, und die Jecken hatten sich auch von Schnee, Kälte und Eis die gute Laune nicht verderben lassen - als gegen 15.45 Uhr ein tragischer Unglücksfall die Feierstimmung im Richtericher Straßenkarneval jäh beendete.

Ein junger Mann fiel auf der Berensberger Straße vom Wagen, stürzte schwer auf den Hinterkopf und wurde sofort ins Klinikum gebracht.

Die Feuerwehr sprach zunächst von einem „schwerstverletzten” Sturzopfer, der Umzug, der zu diesem Zeitpunkt etwa Dreiviertel des Zugweges passiert hatte, wurde sofort abgeblasen. Mit Durchsagen wurde darauf hingewiesen, auf das Abspielen von Musik zu verzichten. Die Organisatoren des Zuges von der Richtericher KG „Koe Jonge” befürchteten das Schlimmste, wer den Unfall miterlebt hatte, war geschockt. Am Abend gab es dann eine erste vorsichtige Entwarnung: Der Mann habe eine sehr schwere Platzwunde und eine leichte Gehirnblutung, aber keinen Schädelbruch erlitten, hieß es. Lebensgefahr bestehe nicht.

„Wir machen uns große Sorgen um den Jungen und hoffen, dass er möglichst schnell wieder gesund wird”, erklärte „Koe Jonge”-Sprecher Holger Brantin. Der Vorsitzende des Vereins sei mit der Mutter des Schwerverletzten sofort ins Klinikum gefahren.

Laut Feuerwehr ist der Unfall wahrscheinlich auf die widrigen Witterungsbedingungen zurückzuführen. Demnach hat der 23-jährige Mann versucht, einen Karnevalswagen zu besteigen, ist dabei aber auf der eventuell vereisten, auf jeden Fall aber glatten Leiter abgerutscht und mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt aufgeschlagen. „Ein Fremdverschulden ist nach derzeitigem Ermittlungsstand auszuschließen”, erklärte Adolf Freh, Chef der Polizeileitstelle, am Abend.

Bevor sich das tragische Unglück ereignete, hatten sich angeführt von den musizierenden Musketieren des Instrumentalvereins Richterich gleich 24 Fußgruppen und Festwagen in den närrischen Lindwurm eingereiht. Mit mehreren Wagen mit von der Partie waren die „Koe Jonge”, die mit Kinderprinz Nico I. und Prinz Uwe I. zwei Tollitäten stellten.

Die Cheerleader der „Slakers” und die Tanzabteilung des TV Richterich hatten eine gute Taktik gegen das Wetter entwickelt - sie tanzten den Frost einfach weg. Mit ihrem Motto ins Schwarze getroffen hatten die Närrinnen und Narren von den „Schneeköniginnen”, die in weiß-blauen Kostümen als Fußgruppe mitmarschierten. Vertreten waren auch zahlreiche Vereine und Organisationen, unter anderem die Narrenzunft, die Horbacher Freunde, der Singkreis St. Martinus, die Orsbacher Messdiener, Rhenania Richterich, die AWO und die freiwillige Feuerwehr.

Beim Motto des Umzuges hatte sich der seit 20 Jahren in Aachen wohnende Prinz an seine Heimatstadt erinnert: „Der Berliner Bär, der wundert sich über den jecken Prinzen von Richterich” prangte vom Festwagen des gebürtigen Berliners. Seine gute Stimmung konnte dem „Icke” genannten Prinzen dabei zunächst auch die Kälte nicht vermiesen. „Das Wetter gehört halt an Karneval schon mal dazu. Aber der Zug ist das Schönste, was man als Prinz erleben kann - und jetzt freue ich mich einfach, hier oben zu stehen”, sagte er, ehe der schwere Unfall jede Feierlaune vertrieb.
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