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Ratsbeschluss: Rosenmontag wird gewählt

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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An die 1000 jecke Aachener feierten gestern im Penn-Zelt auf dem Katschhof: Die Stimmung bei der närrischen Ratssitzung war ausgelassen. Weil der Ratssaal derzeit umgebaut wird, gewährte diie Stadtgarde den jecken Ratsvertretern Asyl in dem riesigen Zelt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Pratschjeck im Penn-Zelt und nicht völlig bekloppt im Ratssaal. Der wird nämlich umgebaut, deshalb haben die Ratsmitglieder bei der Stadtgarde Unterschlupf gefunden und durften ausnahmsweise im 1000 Jecke fassenden Festzelt die närrische Ratssitzung über die Bühne gehen lassen.

Keine drangvolle Enge mehr wie in all den Jahren zuvor, aber mindestens so ausgelassen war die Stimmung.

Nach einem Sitzungsmarathon von gut vier Stunden im S-Forum der Sparkasse wurden die ausgelaugten Ratsmitglieder von einer 90 Mann starken Penn-Truppe ins Penn-Zelt eskortiert. So war wenigstens gewährleistet, dass nicht alle Volksvertreter fahnenflüchtig wurden, um es sich daheim vor der Glotze gemütlich zu machen.

In gewohnter Manier zog Oberbürgermeister Jürgen Linden - Aachens bester Sitzungspräsident - vom Leder. Er hatte die Narren schnell im Griff. „Das ist das schönste Zelt von Aachen”, sagte Linden. „Nächstes Jahr reißen wir das Rathaus ab, dann kommen wir ohne nass zu werden bis zum Goldenen Einhorn.”

Und einer war besonders glücklich: Ratsherr Hans Herff, der wurde am Mittwoch nämlich jecke 6x11 Jahre alt. Und weil er aus dem Amt scheidet, verlieh er auch zum letzten Mal den Säuferorden. Den bekam ein völlig überraschter OB. „Du bist ja auch bald nicht mehr dabei”, so die Begründung.

Eine Liebeserklärung an Aachen machten ohne Wenn und Aber die rote Heike Wolf und die schwarze Annekathrin Grehling: „Wer einmal in Aachen ist, nichts anderes mehr vermisst” Beide wissen aus Erfahrung: „Das Bier schmeckt hier genau so gut wie der Wein.” Nicht umsonst wurde auch schon Annekathrin Grehling als Herrin über Aachens Finanzen mit dem begehrten Herrfschen Säuferorden ausgezeichnet.

Die wandernde Kurzstrecke Karl (Schultheis) war als Route Charlemagne unterwegs und tratschte so manches vom Flur der Fraktionen: „Da herrscht ein gutes Klima, der Franz Plum von der CDU, die Angelika Weinkauf von der SPD, die Sigrid Moselage von der FDP und der Helmut Ludwig von den Grünen vertreten sich gegenseitig. Da haben sie immer eine Mehrheit im Rat.”

Schultheis verriet, dass Polizeipräsident Klaus Oelze eine Neuverfilmung von Quo Vadis plant. „Der hat ein Gespür für gute Filmschauplätze, der Öcher sagt Locations.” Das Drama werde auf Video am Elisenbrunnen gedreht. Als Hauptdarsteller seien Elisabeth Geusen, Caroline Reinartz und Rolf Einmahl vorgesehen. Da kann ja nichts mehr schiefgehen.

Sabine Verheyen und Harald Baal brachten dem neuen CDU-Oberbürgermeister-Kandidaten, nämlich dem Maatswiiv Wolfgang Vorbrüggen bei, wie man in Aachen das „Alaaf” am schönsten brüllt und empfahlen als neuen Kommunalwahltermin den kommenden Rosenmontag. Begründung: „Dann haben alle frei und können nach dem Zug ins (Wahl)-Lokal gehen.”

Roland Jahn, Hilde Scheidt und Hermann-Josef Pilgram von den Grünen trugen schließlich auf offener Bühne ihren Beziehungskistenfrust aus: „Du schwächelst ja.” Für das Trio ist jedenfalls klar, dass das Kaiser Friedrich III.-Denkmal durch eines für Oberbürgermeister Jürgen Linden ersetzt wird und die geplante Kaiserplatzgalerie kleiner wird, dafür aber Lindengalerie heißen wird.

Klar, dass die Ratshauslaienspielschar Unterstützung von richtigen jecken Profis bekam. Die Originale eröffneten am Abend die Fragestunde für Einwohner in der neuen - für alle verbindlichen Amtssprache - dem Öcher Platt. Die erste Liederrunde war gelungen, die Herren dürfen wiederkommen. Die Jonge vajjen Beverau machten Stimmung total und leiteten die Abstimmung über die geplante städtische Aktion „Letztes Großreinemachen auf den Fraktionsfluren” ein.

Den Bürgermeisterinnen machte eine kleine Delegation des Oecher Storm eine charmante Liebeserklärung. Die 4Amigos mussten Zugaben nachlegen, die Jungen aus der „Öcher Bronx” kommen einfach an. Staatsschauspieler Horst Wollgarten von der AKV-Bühne verhandelte mit dem Rat übers überfällige Weindeputat der Öcher Edelnarren und die Duemjroefe prüften als Rathausgarde die Aufnahmefähigkeit der Ratsdamen und -herren. Die Öscher Stadtmusikanten sorgten für beste Stimmung und wieder einmal hervorragend tanzten Pia Engelen und Frank Rademacher.

Prinz Thomas I. übernahm zum Schluss mit seinem Hofstaat die Macht im Städtchen und versprach für Rosenmontag das schönste Wetter.

Da blieb der Oecher Penn nichts anderes übrig, als die Anwesenden mit au Öcher Leddchere und Verzällchere vom Schängche zu überraschen.
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