Eischwiele - Rathaus gestürmt: Jetzt gehört die ganze Stadt den Jecken!

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Rathaus gestürmt: Jetzt gehört die ganze Stadt den Jecken!

Von: Rudolf Müller
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Brachten auch ohne den erkrankten Christian Leuchter den Ratssaal zum Kochen: die Inde-Singers, Stimmungsgaranten seit sage und schreibe 50 Jahren. Foto: Rudolf Müller
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Marsch auf Rathaus: Die Uniformiertenkorps aller Eschweiler KGs... Foto: Rudolf Müller
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...zogen mit Mann und Maus in Richtung Ratsaal,... Foto: Rudolf Müller
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...wo die Standartenträger Prinz Patrick I. willkommen hießen. Foto: Rudolf Müller
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Beim Empfang ehrte das Komitee Janet und Graham Powell mit dem Silbernen Stern. Foto: Rudolf Müller
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Bürgermeister, Prinz und Komiteepräsident zeigten, dass ihnen eine Gumminase gut zu Gesicht steht. Foto: Rudolf Müller
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Jung-Narrengardist zeigte als Sänger, dass man auch als Dürwisser `ne kölsche Jung sein kann. Foto: Rudolf Müller
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Szenen einer närrischen Gala: Teresa Getz und Philipp Martinett von der Narrengarde brillierten ebenso... Foto: Rudolf Müller
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...wie das Männerballett der Narrenzunft und Rote-Funken-Marie Sophie Zimmermann, auf unserem Bild mit Papa Marco und Tante Claudia Moll. Foto: Rudolf Müller
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Eefelmarie Janine Jansen gab ihre Abschiedsvorstellung... Foto: Rudolf Müller
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...und Prinz und Zerm trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Rudolf Müller

Eischwiele. „Kaiserwetter“ für den Prinzen? Mitnichten. Am Samstag fiel Regen. Wenn auch so fein, dass er sich noch im Niederfallen zu überlegen schien, ob er nicht als Nebel weitermachen sollte. Die vereinigten Streitkräfte der Eischwiele Karnevalsgesellschaften juckte das aber ebenso wenig wie die zahlreichen Zuschauer, die die mit klingendem Spiel Richtung Rathaus marschierenden Uniformierten auf ihrem Weg durch die City bejubelten.

Vor dem Verwaltungstempel erwartete Bürgermeister Rudi Bertram, assistiert vom Karnevals-Komitee, die Ankunft Seiner Tollität Prinz Patrick I. samt Zerm Michael, die sich – ihrem Elektromobil entstiegen – durch ein Meer von Fahnen den Weg zum Ratssaal bahnten.

Der war erwartungsgemäß proppenvoll mit Fastelovends- und anderer Prominenz, von den beiden Bundestagsabgeordneten Claudia Moll und Anita Kloke bis hin zu den stellvertretenden Städteregionsräten Christiane Karl und – neu – Axel Wirtz. „Der schafft es immer wieder, sich hier reinzuschleichen“, begrüßte Bertram den Stolberger.

Ebenfalls immer wieder dabei: eine Abordnung aus der Partnerstadt Wattrelos unter Führung von Jean-Luc Doyen und das Ehepaar Janet und Graham Powell aus Reigate & Banstead, die sich vom Brexit nicht die Fastelovendslaune verderben lassen. Für ihre langjährige Treue zeichnete Komiteepräsident Norbert Weiland die beiden mit den Silbernen Stern des Komitees aus.

Immerhin lautet das Sessionsmotto „Grenzenlos jeck“, betonte Weiland. „Seit Jahrzehnten schon sind in unseren KGs Mitglieder vieler Nationen. Das stört niemanden. Seit 40 Jahren feiern wir mit unseren Freunden aus Wattrelos, seit gut 20 Jahren kommen Janet und Graham immer wieder hierher und begeistern auch andere für os Fastelovend.“

Die Jecken im Ratssaal bereiteten ihrem Prinzen einen triumphalen Einzug. Der sagte herzlichen Dank: „Es freut uns, dass wir die Menschen in unserer Stadt erreichen“, so Patrick I. „Das geht allerdings nur mit einer tollen Mannschaft – von den Pagen über die Fahrer bis zu den Standartenträgern. Danke euch allen für die grandiose Unterstützung!“

Prinz Patrick trug sich samt Zerm Michael nicht nur traditionsgemäß ins Goldene Buch der Stadt ein, er schrieb den Anwesenden, ob Politiker oderf nicht, auch etwas ins Stammbuch: „Wir leben in unruhigen Zeiten, in denen viele meinen, allein sei man stärker als gemeinsam. Die Eischwiele Fastelovend macht‘s vor, wie es geht. Hier stehen alle Farben zusammen und können gemeinsam unheimlich viele erreichen! Zusammen geht alles besser!“

Ein buntes Potpourri vom Besten, was die Eischwiele Fastelovend zu bieten hat, bot das Programm, das Komitee und Bürgermeister zu Ehren des Prinzen auf die Bühne gezaubert hatten. Da rockten Prinz und Zerm die Stadt, mutierten die Pagen zu Piraten vom Blausteinsee, da zeigte Narrengarde-Nachwuchssänger Tobias Reimann (8), dass von ihm noch einiges zu erwarten ist, da glänzte Rote-Funken-Marie Sophie Zimmermann mit einem furiosen Tanz (Prinz Patrick: „Das Spagat-Gen hat sie von Papa Marco.“), und da feierte Eefelkank-Marie Janine Jansen in würdigem Rahmen ihren Abschied von den Brettern, die auch für Karnevalisten die Welt bedeuten.

13 Jahre lang gehörte sie zur Mariechen-Tanzgruppe des Komitees – jetzt lässt sie anderen den Vortritt. Eine Augenweide war auch der Auftritt des Jugendtanzpaars der Dürwisser Narrengarde: Teresa Getz und Philipp Martinett zeigten akrobatische Leistungen. Und das gilt auch für die elf strammen Kerle des Männerballetts der Narrenzunft, die von Monika Schmitz trainiert werden. Ein Männerballett beim Rathausempfang – das war eine Premiere. Eine, die sich sehen lassen konnte. „Beim Männerballett ist es immer ein schmaler Grat zwischen wunderbar oder obszön“, so Norbert Weiland. „Diese Jungs hier sind seit Jahren Spitze!“

Das gilt auch für die Musiker der Inde-Singers. Die sind seit 50 Jahren im Geschäft und damit deutlich älter als die Bläck Fööss. Norbert Weiland traf es auf den Punkt, als er kurz und knapp zusammenfasste: „Se hat verdammp völl drop, os Eischwiele Fastelovend!“

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