Öcher Jecke wollen schlummernde Talente wecken

Von: Antje Uhlenbrock
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Aachen. Nachwuchsredner und neue Musiker sind rar auf den Öcher Karnevalsbühnen. Doch Rettung naht - in Form eines Carnevals College. Schon in Köln hat sich das Konzept des Aachener Businesscoaches und Humorberaters Jonathan Briefs, jecke Künstler in Workshops auszubilden, bewährt.

„Es gibt bestimmt schlummernde Talente, die sich nicht trauen, weil ihnen das Hintergrundwissen fehlt”, erklärt Dr. Werner Pfeil, Präsident des AKV. Zusammen mit dem Ausschuss Aachener Karneval, der Stadtgarde Oecher Penn, der Stadtwache Oecher Börjerwehr, der Prinzengarde der Stadt und der Rathausgarde Öcher Duemjroefe bildet der AKV die Arbeitsgemeinschaft Carnevals College, genannt Arge.

Grenzüberschreitend wirken

Die Regio Aachen unterstützt den Vereinszusammenschluss in dieser Herzensangelegenheit - vor allem bei Kooperation mit den grenzüberschreitenden Partnern. „Der Karneval gehört mitten rein in die Kultur. Und er ist grenzüberschreitend”, betont Manfred Bausch, stellvertretender Geschäftsführer der Regio Aachen. Heißt: Auch Vortragskünstler aus den deutschsprachigen Gemeinden Belgiens und der Niederlande können sich künftig ausbilden lassen.

Umliegende Komitees wie die in Stolberg und Eschweiler wurden eingeladen, in der Arge mitzuwirken. „Das Interesse war da, zugesagt haben sie aber noch nicht”, sagt Pfeil. Ein Leiter der Arbeitsgemeinschaft steht ebenfalls noch nicht fest. Aber es laufen Verhandlungen mit einer von den Vereinen unabhängigen Person, „die bei allen in der Region auf eine große Akzeptanz stoßen wird”. Mehr will Wilhelm Schillings, Kommandant der Oecher Börjerwehr, jetzt noch nicht verraten.

Die Beauftragung und Finanzierung des Konzepts erfolgt durch die Regio. Zudem zahlen die Vereine einen Obolus in das Carnevals College ein. Und es wird auf Sponsorengelder gesetzt. „Die Regio wird dabei als neutrale Geschäftsstelle der Arge fungieren”, erklärt Bausch.

Die Workshops drehen sich um Bühnenselbstsicherheit, Figurenentwicklung, Kostüm, Make-up und, und, und. Lokale Dozenten werden die Schule leiten. Zusammen mit den Künstlern bauen sie einen Ausbildungsplan auf. Drei Stunden soll wöchentlich von Juni bis Oktober gepaukt werden - bis zu drei Jahre lang. Kostenpunkt je Künstler: 90 Euro pro Jahr. Im Oktober folgt dann die Probe aufs Exempel. Vor ausgewähltem Publikum müssen sich die Künstler an einem Vorstellabend beweisen.

Wer teilnehmen kann? Neue, junge Talente wie auch alte Hasen, die ihre Auftritte erweitern wollen. Und ganz wichtig: Öcher Platt und Hochdeutsch sind erlaubt. Außerdem sind im Gegensatz zum Vorgänger, der Büttenrednerschule, nicht nur Redner, sondern auch Musiker willkommen. Mit einem Lebenslauf und einer DVD/CD können sich die Künstler bewerben. Voraussichtlich im April und Mai gibt es eine Auswahlrunde und Castings.

„Dabei werden wir die Bewerber nur noch in Gruppen einteilen und nicht bewerten”, kündigt Pfeil an. Es wird also kein Casting à la „Deutschland sucht den Superstar” geben.

Wer wird im College aufgenommen?

Erste Infos über Aufnahmebedingungen gibt es bei der Regio Aachen, Theaterstraße 67 oder Johannes J. Arens unter Telefon 568610 und arens@regioaachen.de sowie bei allen beteiligten Vereinen.
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