Närrische Ratssitzung mit reichlich Orden und mancher Spöttelei

Von: Jan Mönch
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Da tobt das närrische Volk im Rathausfoyer: Die Penn zieht ein. Foto: Harald Krömer

Aachen. Wenn man den Bauherren des Ratshauses eines nicht absprechen kann, dann vorausschauendes Arbeiten. Denn im wichtigsten Haus der Stadt ist genau der Platz vorhanden, den es braucht, damit die Stadtgarde Oecher Penn sich ihren Weg durch eine zum Feiern aufgelegte Menge bahnen kann.

Auf den Zentimeter genau. Wem ist das zu verdanken, wenn nicht der Weitsicht der Häuslebauer von einst?

Gut, man kann es auch so ausdrücken: Bei der Närrischen Ratssitzung war es eng, und zwar so richtig. Und das, obwohl Marcel Philipp höchstselbst den Lieblingstermin der Öcher Politik zur vergangenen Session aus dem Ratssaal nach nebenan ins etwas weitläufigere Foyer verbannt hat. Und nicht nur der Oberbürgermeister fühlte sich am Mittwoch bei der närrischen Zusammenkunft des Rats ebenso wohl wie bei der ernsthaften unmittelbar davor.

Neben dem Moderieren oblag es dem ersten Bürger am Vorabend des Fettdonnerstags auch, die Sitzungsorden zu verteilen. Die sind begehrt und wurden in enormer Stückzahl fabriziert. Zum Abstauben stellten sich jedenfalls auch in Mannschaftsstärke erschienene Truppen wie die Jonge vajjen Beverau oder Prinz Alwin I. (Fiebus) samt Hofstaat an, ohne leer auszugehen.

Die Hoheit über die Ordensverteilung schützte Philipp jedoch nicht vor Spitzen aus dem Kollegenkreis. Aufs Korn genommen wurde beispielsweise die kritisierte Wahl seines Dienstwagens. Einen Ratschlag erteilte SPD-Bürgermeister Björn Jansen beim Vorlesen seiner Büttenrede: Mit dem güldenen Gefährt aus dem Hause BMW einfach mal eine Dienstreise nach Spanien unternehmen, um es dort stillschweigend quitt zu werden - Ulla Schmidt hat es vorgemacht.

Liebevoller geriet der gemeinsame Auftritt von Ex-Ratsherr Hans Herff und Tochter Caroline, die dem alten Herrn mittlerweile - ebenfalls im Dienste der CDU - in den Rat gefolgt ist. Nachdem Herff den von ihm ausgelobten Säuferorden im vorvergangenen Jahr eigentlich zum letzten Mal verliehen hatte, bekam er ihn nun selbst umgehängt: „Komm Papa, trink dir lieber ´nen Ratsherrengeist”, schlug Caroline Herff vor - wann sie dem Vater auch hier folgen wird, bleibt vorerst offen.

Selbstredend wurde keinerlei Fopperei allzu ernst genommen, weder parteiübergreifende noch familieninterne. Und wenn sogar über die Fraktionsgrenzen hinweg miteinander musiziert wird - so wie es Ratsleute von SPD und FDP schließlich mit ihrem gemeinsamen Ständchen taten -, was soll dann in den kommenden Tagen im Öcher Fastelovvend noch schief gehen?
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