Düren - Närrische Akademie: Gemeinsamkeiten von Katholizismus und Karneval

Närrische Akademie: Gemeinsamkeiten von Katholizismus und Karneval

Von: Bruno Elberfeld
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Lehrer Welsch alias Professor Dr. Gerhard Herkenrath (r.) und Pedell Professor Schmidt warten mit den Schülern auf den Unterrichtsbeginn. Foto: bel

Düren. Da hatte der eine oder andere ehemalige Schüler oder Student sicherlich ein Wehmutstränchen in den Augenwinkeln. Was die Närrischen Norddürener und ihr Gastdozent, Lehrer Welsch alias Professor Dr. Gerhard Herkenrath, am Sonntag auf der Bühne des Hörsaals in Haus der Stadt geboten haben, war erste Sahne.

Und dabei auf einem intellektuell so hohen Niveau, dass sich viele Erstsemester schworen, die beiden nächsten Semester der Närrischen Akademie im nächsten Jahr nur nicht zu verpassen.

Eingeläutet wurden die Semester, wie jedes Jahr, vom Pedell, Professor Dr. Herbert Schmidt, ein Urgestein des Dürener Fastelovends. Pünktlich zum Semesterbeginn stellte der Pedell mit Lehrer Welsch einen Experten für rheinischen Karneval und rheinischen Katholizismus ans Rednerpult: Prälat Professor Dr. Gerhard Herkenrath, bis vor Kurzem noch Pfarrer an der Kölner Pfarre St. Alban. Herkenrath war zudem viele Jahre Dozent an der Katholischen Fachhochschule Köln.

Wer hätte profilierter sein können für das Thema „Karneval und Kirche” im Rheinland und insbesondere in der Hauptstadt des rheinischen Karnevals als ein Mann, der aus jahrzehntelanger Erfahrung beides kennt? Sein Chef im Bischofsamt ist Herkenrath ebenso bekannt wie der Chef des Kölner Rosenmontagszugs. „Die Kölner können das gar nicht so genau unterscheiden, den Karneval und die Katholische Kirche”, sagte Lehrer Welsch schmunzelnd, „sowohl zu Fronleichnam als auch am Rosenmontag heißt es: D„r Zoch kütt!” Die Hauptpersonen wären nur andere, in dem einen Zug der Oberhirte, im anderen Prinz Karneval. Die Kommentare der Zuschauer auf den Bürgersteigen seien dieselben: „Nee, watt hätt der sich fein gemaht, watt ene staatse Kääl!”

Aber zurück zum Unterrichtsanfang! Denn schließlich hat ein Lehrer, so auch Herr Welsch, Schüler und Studenten zu unterweisen. „Dreimol Null is Null”, das Lied konnten viele im Saale mitsummen. „Heute wollen wir lernen, wie wir mit Nullen umgehen”, eröffnete Welsch den Unterricht. „Die gibt es natürlich in der Mathematik, aber auch in der Politik und in der Wirtschaft!” Die Untersuchung des Kölner Lehrers ging noch weiter. „Was haben die Katholische Kirche im Rheinland und der Karneval gemeinsam?” Gewiss beginnen beide mit einem K, doch die tiefe Gemeinsamkeit, so Welsch alias Herkenrath, sei eine tiefe Freude. Und der Kirchenmann bewies diese Aufforderung zur Freude der Teilnehmer mit Zitaten aus der Bibel. Da wird Essen und Trinken gelobt. Sogar der vergorene Traubensaft soll dem Menschen zur Freude gereichen, wenn man ihn mäßig trinkt. „Den Zusatz hätte sich der Autor sparen können”, kommentierte der Redner die Einschränkung.

Erheiternde Worte

Die Menschen im Halbrund des Hörsaals dankten Herkenrath für seine erheiternden Worte, klatschten begeistert, strahlten vor Freude, denn, so der Lehrer: „Die Freude macht dem Teufel einen Strich durch seine bösen Vorhaben!” Gute, wohlgeordnete Formen der Freude aber findet man in Köln und im übrigen Rheinland in zwei Gruppierungen: in der rheinisch-katholischen Kirche und in den Karnevalsvereinen.

Die Närrischen Norddürener passten sich mit ihren Beiträgen in den Unterricht Lehrer Welschs gut ein, ob es nun die Tanzgarde, die Büttenreden von Thomas Pelzer und Hedwig Sieberichs oder der Gesang der „Nordstadtmösche” waren. Die Begleitmusik an der Orgel kam von Gerd Funk.
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