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Nach gut 100 Tagen den Job los

Von: ess
Letzte Aktualisierung:
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Der mächtige Karl-Heinz, größter Magier der nördlichen Halbkugel, und seine guten Hexen hatten den Jecken fünf Millionen in die Gemeindekasse gezaubert, die bis zum Aschermittwoch auf den Kopf gehauen werden müssen. Foto: Ernst Schneiders

Simmerath. „Sömmert Alaaf, Alaaf, Sömmert Alaaf!” Das Trömmelche jing wieder, wie jedes Jahr um diese Zeit. Diesmal traf die massierte Kraft der Tollitäten im Rathaus allerdings nicht mehr auf Hubert Breuer, sondern dessen Nachfolger Karl-Heinz Hermanns.

Gerade mal gut hundert Tage Bürgermeister, wurde er am Donnerstag den Job schon wieder los. Und genau so hatte er, der Magier, sich das auch vorgestellt. Bis Aschermittwoch sitzt er jetzt auf dem Sünderbänkchen und wird zu seiner Erheiterung mit ansehen dürfen, dass Prinzen, Prinzessinnen, Bauern, Jungfrauen das ganze restliche befrackte Volk es auch nicht schaffen werden, die Gemeinde wieder in die schwarzen Zahlen zu katapultieren.

Deshalb machte der Bürgermeister aus der Not eine Tugend und rückte nicht nur den Rathausschlüssel, sondern noch andere heraus, den fürs Steueramt beispielsweise, oder den für die Stadtkasse. Die hatte der Magier, Hokus Pokus Fidibus, rasch noch mit viel Geld gefüllt. Mit fünf Millionen sollten es die sechs Karnevalsgesellschaften und die Simmerather Bevölkerung bis zum Aschermittwoch so richtig krachen lassen.

„Also lebt in Saus und Braus und gebt alles bis Aschermittwoch aus, denn der Zauber, der erlischt, wenn der letzte Fisch gegessen ist”, goss der Verwaltungschef kurz vor seiner Demission seine Worte in Reimform, auch wenn es sich letztlich dann hinten doch nicht reimte. Sei´s drum, die Narrenherrscher aus Simmerath und den Dörfern haben für die tollen Tage das Sagen in der Gemeinde.

Schnee fiel von der Decke

Zu diesem hoheitlichen Akt waren nicht nur die Fräcke und Narrenkappen in hoher Mannstärke erschienen. Viel jeckes Volk hatte sich im und vor dem Ratssaal versammelt, der selbst zu diesem staatstragenden Anlass noch den Charme einer stillgelegten Fabrikhalle versprühte und außerdem viel zu klein war, um diese Masse Menschen zu fassen.

Wegen der Luft wurden die Dachfenster leicht geöffnet - und es schneite in den Saal. Hatte ein bisschen was von Weihnachten. Und an Geschenken mangelte es auch nicht: Die sechs KGs hatte ihren hübschen Tanzmariechen mitgebracht, die dem närrischen Auditorium ihre aktuellen Einstudierungen zum Besten gaben. Ein Spagat ist für die Mädchen überhaupt nichts. Da mag so mancher Besucher an seine gealterten steifen Knochen gedacht haben.

Während die jungen Damen ihre Tänze auf die Auslegeware zauberten, stieg im Foyer das Volksgemurmel. Mehr und mehr zog es die Karnevalisten an die Tränke, wo es Bier, Els und Bessengenever in rauen Mengen gab. Schon vor der Entmachtung des Bürgermeisters hatten sie sich dort und im Saal mit einer Polonaise auf Betriebstemperatur gebracht. Die hielt auch nach dem offiziellen Teil noch eine ganze Weile an.
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