Nach diesem Öcher Stadtrat gibt´s immer genug zu lachen

Von: Robert Esser
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Grandiose Stimmung: Im Foyer des Rathauses regierte gestern Abend nur noch der Karneval - mit rund 400 Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit närrischen 33 Minuten Verspätung schallte am Mittwochabend um 18.44 Uhr das erste „Oche - Alaaf” durchs mit rund 400 Jecken proppenvolle Rathaus-Foyer.

Auf den Punkt traf OB Marcel Philipp bei der zweiten „Närrischen Ratssitzung” außerhalb des eigentlichen Ratssaals dennoch direkt den närrischen Nerv: „Ich gestehe, dass ich einen Orden anhabe, der mir gar nicht verliehen wurde und den ich deswegen jetzt eine Zeitlang zurückgeben werde”, scherzte der OB.

Und meinte damit - neben Guttenberg - das gülden glänzende Stück, das die Organisatorin des kunterbunten Treibens, Reneé Schulz, mit dem Stadtoberhaupt jedem Bühnengast um den Hals legte.

Traditionsgemäß setzten die Ratspolitiker (fast) aller Couleur nämlich nicht nur auf die hochprofessionellen Größen des Öcher Fastelovvends, sondern auch auf Nummern aus den eigenen Reihen. Also traten die Politiker selbst ans Mikrofon - zwischen der grandiosen Oecher Penn (unglaublich, wie sich die Hundertschaft samt Spielmannszug ins Foyer quetschte und spielte!), Prinz Alwin I. samt Hofstaat (der hinreißend alle zum lautstarken Mitsingen brachte), de Jonge vajjen Beverau (die sogar Zugaben präsentieren mussten) und dem bejubelten Aachener Karnevalsverein (mit den Lennet-Girls).

Also verlieh die junge Ratsfrau Caroline Herff ihrem Vater, Ex-Ratsherr Hans Herff, den vom CDU-Urgestein selbst erfundenen „Säufer-Orden”. Vorher hatte sich das Duo - sehr zum Amüsement des Publikums - noch einen gereimten Schlagabtausch über Sinn und Unsinn politischer Entscheidungen wie zur Betten- und Gewerbesteuer geliefert.

Mit wesentlich mehr (akustischen) Gegenstimmen hatte zuvor Bürgermeister Björn Jansen bei seiner Büttenrede kämpfen müssen. Der Kampf der Opposition manifestierte sich auf der Bühne im Schulterschluss. SPD und FDP sangen lautstark „Flieg nicht zu hoch, mein grüner Freund”.

Hingegen skandierten CDU-Europa-Abgeordnete Sabine Verheyen, Alexander Gilson und CDU-Fraktionschef Harald Baal - als Teufelchen, Kaiser Karl und Engelchen kostümiert - nach dem Höhner-Lied: „Jetzt geht´s los. Wir sind nicht mehr aufzuhalten...” Nur Linke und Grüne hielten sich am Mittwochabend zunächst auffallend zurück. Dabei gibt´s dort sonst auch genug zu lachen.
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