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Lieber Plastik: Weiberfastnacht soll es „Spaß ohne Glas” geben

Von: Ingo Latotzki
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Dass Weiberfastnacht ordentlich Alkohol getrunken wird, ist nichts Ungewöhnliches. Nun soll ein neues Konzept dafür sorgen, dass es weniger Verletzte gibt, die sich an Scherben schneiden. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Weiberfastnacht, so gegen 17, 18 Uhr. Für gewöhnlich ist der Kaiserplatz dann ein Meer aus Scherben. Wehe dem, der sturzbetrunken stürzt und sich böse verletzt. Das soll in diesem Jahr anders werden. Wenn am nächsten Donnerstag die Jecken wieder los sind und munter Straßenkarneval feiern, soll die Dürener City auch um 17, 18 Uhr anders aussehen - vor allem ohne übermäßig viel Glas auf dem Boden.

Das städtische Jugendamt versucht der Problematik mit einem veränderten Konzept zu begegnen. „Feiern in geschütztem Rahmen” nennt Peter Junker das Ziel. 3500 Jugendliche kommen normalerweise allein auf dem Kaiserplatz zusammen.

In diesem Jahr werden sie kontrolliert - von einem Sicherheitsdienst. Glas ist streng verboten. Die Geschäfte sind per Ordnungsbehördengesetz angehalten, keinen Alkohol in Glasbehältern zu verkaufen, statt dessen in Kunststoffverpackungen. Mit den Händlern „sind rechtzeitig Gespräche geführt worden”, sagt Karl-Heinz Adels, Chef des Dürener Ordnungsamtes.

Der Kaiserplatz, die Wilhelm- ein Teil der Zehnthofstraße und der Markt werden mit einer 1,40 Meter hohen Abgrenzung umzäunt. „Wir wollen die Feiern kanalisieren”, sagt Adels, „und unter allen Umständen verhindern, dass überall in der Stadt verstreut kleinere Gruppen feiern”.

Thomas Dammers, Chef der Dürener Schutzpolizei, kann dem nur zustimmen. Der Beamte will „Gefahrenspitzen kappen”, das ginge nur, wenn kontrolliert gefeiert würde.

Dabei soll alles gesittet ablaufen - ohne Leibesvisitationen etwa. Die Veranstaltung auf dem Kaiserplatz wird in diesem Jahr nicht von der Stadt, sondern von einem privaten Dienstleister organisiert. Willi Wolff: „Wir verlangen keinen Eintritt und haben keinen Mindestverzehr.” Zwei Live-Bands (Capella, Kess-express) und eine Kostümprämierung sollen für Stimmung sorgen.

In den vergangen Jahren mussten rund 120 Narren vom Roten Kreuz behandelt werden. 30 bis 40 zogen Verletzungen durch Glas zu. Diese Zahlen sollen mit dem neuen Konzept möglichst verkleinert werden. Besorgte Eltern, die sich über den Zustand ihrer Kinder informieren wollen, können von 12 bis 18 Uhr eine Hotline wählen ( 02421-251005).

Polizei und Stadt Düren werden am Donnerstag mit 250 Mitarbeitern vor Ort sein. Bei Verstößen gegen die Auflagen soll erst einmal „geredet werden”, sagt Polizeieinsatzleiter Dammers. Erst wenn das nichts fruchtet, „greifen wir härter durch”.
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