bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Kriegsgegner wollen Menschenkette gegen AKV-Ritter bilden

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Tierisch ernst soll es für die Gegner der Verleihung des AKV-Ordens an Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am 19. Februar in jedem Fall zugehen.

Die Protest-Phalanx aus einem guten Dutzend regionaler Gruppierungen formiert sich weiter.

„Wir werden ab 19 Uhr mit einer Menschenkette vor dem Aachener Eurogress demonstrieren”, erklärte der Initiator der Aktion, Dr. Ansgar Klein von der Würselener Initiative für den Frieden, am Mittwoch auf Anfrage. „Ich gehe davon aus, dass mindestens 100 Mitstreiter teilnehmen.”

Mit Kreuzen, Grablichtern und Transparenten wolle man dem Minister und der Festgesellschaft nachhaltig vor Augen führen, „dass wir kein Verständnis dafür haben, dass der Krieg in Afghanistan weitergeführt wird, und dass wir einen schnellstmöglichen Abzug der Truppen fordern.”

Inzwischen habe die Initiative daher 602 Unterschriften gegen den Militäreinsatz ans bundesweite „Netzwerk Friedenskooperative” gesandt. „Die Situation in Afghanistan verschärft sich von Tag zu Tag”, sagt Klein. „Das erfahren wir auch von Teilnehmern der Friedens-Jirga in Kabul, zu der wir enge Kontakte pflegen.”

„Verstoß gegen Grundgesetz”

So habe der Auslandsbeauftragte der Konferenz, die sich um eine gewaltlose Beilegung des Konflikts bemüht, Naqibullah Shorish, unlängst kritisiert, „dass die Werte, die den Afghanen wichtig sind”, bei den Bemühungen um friedliche Lösungen für das Land kaum eine Rolle spielten. Und auch der Leiter des Afghanistan Information Center in Bonn, Dr. Yahya Wardak, habe unterstrichen, „dass Gewalt gegen die Taliban nur noch mehr Gewalt durch Blutrache erzeugt”, so Klein. Das Zentrum wurde 1993 gegründet, um die Beziehungen zwischen Deutschland und Afghanistan mit friedlichen Mitteln zu fördern.

Ebendies erwarten Klein und seine Unterstützer auch vom designierten AKV-Ordensträger Guttenberg. „Statt dessen hat der Minister Anfang November erklärt, dass deutsche Soldaten durchaus auch zwecks Wahrung wirtschaftlicher Interessen in den Kampf gegen die Taliban geschickt werden.” Mit dieser Aussage verstoße er eindeutig gegen Artikel 26 des Grundgesetzes, in dem Angriffskriege explizit ausgeschlossen werden. „Und ein Krieg aus wirtschaftlichen Motiven ist aus unserer Sicht ein Angriffskrieg.”

Ob Guttenberg den „Orden wider den tierischen Ernst”, dessen Verleihung die ARD am 21. Februar bundesweit ausstrahlen will, tatsächlich persönlich entgegennehmen wird, ist freilich noch immer nicht völlig sicher. „Wir gehen in jedem Fall davon aus, dass er kommt”, unterstrich AKV-Präsident Werner Pfeil am Mittwoch.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert