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KG erste kleine „rettet” rheinischen Karneval

Von: Dirk Müller
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Noah hat mit seinen Söhnen die „ver-Arche” gebaut, um den rheinischen Karneval zu retten. So kann die KG erste kleine die Sintflut überleben und das Brauchtum fortbestehen. Foto: D. Müller

Stolberg-Büsbach. Es ist durchaus üblich, dass Gäste einer Karnevalssitzung im Verlaufe der Veranstaltung bester Stimmung sind, singen, schunkeln und ausgelassen feiern. Nicht so bei den Sitzungen der KG erste kleine: Auch diesmal verwandelte das Publikum bereits eine Stunde vor Beginn des Programms den gut beheizten Saal von Angie´s Bistro in einen närrischen Hexenkessel.

350 jecke Tiere aller Art tanzten auf Bänken und Tischen, denn die KG hatte zu ihrer diesjährigen Mottositzung „erste kleine ver-Arche - nach uns die Sintflut” eingeladen.

Dreibeinige Hanno-Marie

Mit langen Noah-Bärten versehen marschierte die erste kleine auf die Bühne und nach der Begrüßung durch den Präsidenten Robert Hülsen folgte der legendäre Tanz der Hanno-Marie. Mit graziler Anmut schlüpfte Hanno Topoll in die Rolle des dreibeinigen Tanzmariechens der KG. Der zweite Programmpunkt „Ein Herz für Tiere” hatte die erste Rakete des Abends zur Folge. Hans-Karl Engels berichtete als Bernhard Grzimek von einer vom Aussterben bedrohten Art, dem Karnevalisten der Stolberger KG Erste Große. Eines der letzten in freier Wildbahn aufgefunden Exemplare hatte er mitgebracht und warb beim begeisterten Publikum dafür, zum Schutz der Gattung beizutragen, indem man die Jahreshauptversammlung der KG besuche - in der Telefonzelle Atsch-Dreieck.

Der Auftritt der „Karamba-Männcher” erreichte seinen Höhepunkt, als die Karambas Jürgen Wiechmann das Mikrofon überließen und „Wiechi” sein Prinzenlied zum Besten gab, das vor fünf Jahren zum musikalischen Inbegriff des Kupferstädter Karnevals geworden ist. Aus 350 Kehlen tönte es „Jetz kütt d´r Prinz in de Saal...” Hollywoodreif war die Inszenierung „Matrix Ping Pong”, in der Christian Erberich und Olli Vinck akrobatisch Tischtennis spielten. Beide flogen durch die Luft, präsentierten das rasante Spiel teils in Zeitlupe und die gesamte Szene war aus wechselnden Perspektiven zu sehen, da sich Spieler wie Tischplatte im dreidimensionalen Raum drehten.

Möglich machten die atemberaubenden Spezialeffekte Helfer, die komplett in Schwarz gekleidet vor der schwarzen Kulisse quasi unsichtbar blieben. „Der Pflaumenbaum” zeigte Mitglieder der ersten kleinen als pralle, reife Früchte, bevor Hanno Topoll in „EDV - Eine dolle Ver-Arche” moderne Kommunikation im Internet aufs Korn nahm und Facebook als Poesie-Album entlarvte. Anschließend hieß es „Gisela, isch möschte nischt”, wobei Angelika Wenn den Horst Schlämmer und Robert Hülsen die Gisela gab.

Dreh- und Angelpunkt der Mottositzung war der Bau der „ver-Arche”, in der die erste kleine die Stolberger Karnevalsgesellschaften vor der Sintflut bewahren wollte. Doch nachdem Noah (Herbert Wenn) mit seinen Söhnen Sem (Kommandant Helmut Collas), Ham (Bernd Steinfeld) und Javet (Benno Vinck) das stolze Schiff erbaut hatte, waren alle anderen KGs verhindert, so dass lediglich die erste kleine gerettet werden konnte.

Vor dem Auftritt der Showtanzgruppe der KG De Wenkbülle unterbrachen Hülsen und Klaudia Bergs-Bedra das Programm für Werbung im Stil von schlüpfrigen Telefon-Hotlines, die hinreißend parodiert wurden. In dem Sketch „Hohe Tiere suchen ein zu Hause” wollte Dr. Zim Dars seinen Riesenschnauzer „Ferdi” in gute Hände vermitteln. Bürgermeister Gatzweiler nahm sich des Tieres an und erntete lautstarkes „Ferdi Alaaf”, bevor Prinz Michael I. mit seinem Hofstaat in den Saal zog. Ihm überreichte Hülsen einen Feuerwehrhelm mit teuflisch jecken Hörnern und Michael I. hatte für die erste kleine eine Spielzeug-„ver-Arche” dabei.

Nichts als neonfarbene Shorts

„Wiechi” sorgte mit seiner Udo Jürgens Parodie für Stimmung und Benno und Olli Vinck und Björn Kinkel zauberten in „Nackte Magie” ihre Kleider weg, bis sie zur Freude des Publikums nur noch neonfarbene Shorts trugen. Nach dem Auftritt der Donnerberger Trompetenbläser wurde zur Musik von DJ Jörg Giesen bis zum Aufsetzen am Berg Ararat getanzt.
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