Eschweiler - „Jüppche vam Jraaf” ist jetzt 25 Jahre alt

„Jüppche vam Jraaf” ist jetzt 25 Jahre alt

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Bitte einreihen zur Weckmännsche-Ausgabe: Hier ist Komiteepräsident Norbert Weiland an der Reihe und fällt dem künftigen Prinzen Stephan II. um den Hals.

Eschweiler. Der einzige, den die Gratulationscour völlig kalt ließ, war der Jubilar selbst. „Jüppche vam Jraaf”, das Denkmal des Eschweiler Karnevals, stand einsam in Sturm und Regen auf seinem Platz vor dem Rathaus, das Wasser schwappte ihm um die Füße, während drinnen im Rathausfoyer, im Warmen und Trockenen, eher das Bier schwappte.

Die „Traditionsgemeinschaft Karnevalsprinzen der Stadt Eschweiler seit 1956” stieß auf sein Wohl an: 25 Jahre Karnevalsbrunnen.

Alljährlich am Elften im Elften treffen sich die Ex-Prinzen (und Ex-Zeremonienmeister) an diesem Brunnen. Diesmal war ein Fackelzug geplant, vom Talbahnhof aus durch die Innenstadt zum neuen Standort des „Jüppche”. Denn der Brunnennarr gießt seit 2007 nicht mehr vor dem einstigen Rathaus Grabenstraße, sondern auf dem Johannes-Rau-Platz vor dem neuen Rathaus unaufhörlich Wasser in seinen Regenschirm.

Eschweiler Fassung der Fernsehserie „Fackeln im Sturm”

Die Eschweiler Fassung der Fernsehserie „Fackeln im Sturm” blieb allerdings aus: zu gefährlich bei Windböen von 80 und mehr Stundenkilometern. Dennoch sagte Ralf Boltz, Sprecher der Ex-Prinzen und gemeinsam mit Alfred Prothmann auch Organisator der Geburtstagsfeier, dem Ex-Zeremonienmeister Mathias Delhey Dank für die 70 gespendeten Fackeln. Dankesworte gab es reichlich: An Äu Lersch, der ein Fässchen Bier stiftete.

An Frank I. (Fischer) und seinen Zeremonienmeister Michael, sie spendeten die Suppe. An die Musikgruppen, die im Rathaus und auf dem Weg dorthin für Musik sorgten: Das waren der Regimentsspielmannszug der KG Narrengarde Dürwiß mit Kevin Bathke an der Spitze, die Regimentskapelle der Prinzengilde, geleitet von Franz Peter Frings, und die Jugendgruppe der „Kaafsäck”, bei der Daniel Birekoven nicht nur Trompete spielte, sondern auch die Leitung hatte. Ralf Boltz, der umsichtig und humorvoll durch das Programm führte, würdigte auch Franz-Josef Dittrich, der in vielen Reden das „Jüppche vam Jraaf” verkörpert hat.

Gedankt wurde auch der Stadtverwaltung, die die kurzfristige Verlegung der Feier ins Rathausfoyer möglich machte, wo derzeit eine Ausstellung an eine andere Tradition erinnert: 100 Jahre Braunkohle aus Eschweiler. Da diente das Modell eines Hauses aus der Jungsteinzeit schon mal als Abstellfläche für Biergläser...

Herzlich begrüßt in die Runde wurden die beiden „zukünftigen Ehemaligen” - der designierte Prinz Stephan II. Lenzen und sein Zeremonienmeister Leo Arnold. Sie hatten einen Korb voller Weckmänner mitgebracht, denn der Elfte im Elften ist schließlich nicht nur Karnevalsstart, sondern auch Martinstag.

Einer der Ex-Prinzen fehlte altersbedingt und wurde sehr vermisst: der jetzt 95-jährige Max Vankuch, Prinz von 1956 und im vorigen Jahr noch dabei. Vankuch nämlich ist der „Erfinder” des Karnevalsbrunnens, der inzwischen, wie Bürgermeister Rudi Bertram betonte, so etwas wie ein Wahrzeichen der Stadt Eschweiler geworden ist. An die Geschichte des Brunnens und der Brunnenfigur erinnerte Norbert Weiland, Präsident des Eschweiler Karnevalskomitees. In feinstem Eschweiler Platt führte er durch die Historie, von der ersten Idee 1980 („Am Eng vam Joa, ett woa baschtisch kallt, hätt Max senge Idee bej de Prinze füejestallt”) über die schwierige Finanzierung („Dann wutte Spende jesammelt, Zoch öm Zoch, mä füe ne Brunnen worre et emme noch nett Nössele jenoch”) und die Grundsteinlegung bis zur Enthüllung des Brunnens am 10. November 1985 („Onge Musik on mett Fahne, on janz völl Alaaf, trock Börjemeste Berschkeit eh Bettdoch vam Brunne eraaf”). Fazit: „On domet es wahl jetz och däm allerletzte kloa, dat dat damols dea erschte Tag des Karnevals woa.”
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