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In den Stadtvierteln ging es schon gut zur Sache

Von: Nina Krüsmann und Elisa Zander
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Lässt sich auch von Kälte und Schnee nicht bremsen: Die Trimm-Dich-Gruppe sorgte beim Umzug in Oberforstbach und Lichtenbusch für gute Laune. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Zum 42. Mal zog der närrische Lindwurm am Tulpensonntag durch Brand. Mit 54 Zugnummern boten die Brander auch diesmal den mit Abstand längsten aller sechs Stadtteilzüge. Ab 14.11 Uhr schlängelte sich der Umzug unter dem Motto „Hant ver och völl Dreck, ver Brander blieve jeck!” durch Brand.

„Dank vieler helfender Hände und veil Flexibilität können wir den Zug ganz normal starten”, freute sich Detlef Sistenich, Vorsitzender der ausrichtenden Brander Unterbähner. Trotz nicht enden wollenden Schneefalls hatten sich die buntkostümierten Jecken schon frühzeitig an den Straßenrändern versammelt. Angeführt wurden die Teilnehmer von der Lok der Unterbähner.

Seit 40 Jahren führen die Organisatoren ihre Zugsammlung durch. Gesammelt wurde in diesem Jahr unter dem Motto „Für Nah und Fern, wir teilen gern” für die Kinder- und Jugendarbeit der Bücherinsel St. Donatus und das Projekt „Cerci” für behinderte Kinder in Peru. Schirmherr der Sammelaktion ist Ralf Freyaldenhoven, Pastor vor St. Donatus. Eskortiert von den Aachener Stadtreitern bildete der Brander Bürgerprinz Ralf I. den Abschluss eines tollen Zuges.

In Richterich wurde die fröhliche Stimmung durch einen Unfall gedrückt. Ein Zugteilnehmer war von einem der Wagen gestürzt (siehe 1. Lokalseite). Dennoch konnten die Jecken den Beginn kaum erwarten. „Wann kommt denn jetzt endlich der Zug?”, wollte die fünfjährige Lara wissen. Trotz des dicken Kostüms - Lara hat sich dieses Jahr als Löwe verkleidet - fror sie ein bisschen.

Als die ersten Wagen zu sehen und die Karnevalsschlager zu hören waren, machte sich Lara bereit. Ihre Mutter wies auf den nassen Boden: „Du musst das Süße auffangen. Wenn du auf der Straße sammelst, ist das schon aufgeweicht.” Lara versuchte den Rat zu beherzigen, während sie aus vollem Hals den Fußgruppen und Wagen ÇAlaafÈ entgegen riefen. Doch so viele Gummibärchen, Bonbons und Schokolade konnten Lara und ihre Mutter kaum fangen. Veranstaltet wurde das Spektakel von der 1. KG Richterich Koe Jonge.

Wochenlang hatten sie an ihren Kostümen gearbeitet, Ideen für die Wagen entwickelt und schließlich umgesetzt. Bunt und ausgefallen waren die Ergebnisse, die die 30 Gruppen in Eilendorf präsentierten. Da gab es Hippies, toll ausgearbeitete Fliegenpilze oder Wikinger. Letztere hatten ihren Wagen in das Kleid eines Wikingerbootes gehüllt, stilecht mit einem Drachenkopf am Bug, der zur Begeisterung der Zuschauer Qualm ausstob. Der Zug, der von der Sparte Karneval der Interessengemeinschaft Eilendorf organisiert wird, konnte in diesem Jahr nahezu 1000 Mitwirkende zählen. „Wir wollen mit den Menschen einen tollen Karneval feiern und das gelingt uns auch wegen der vielen Jecken, die sich aktiv am Umzug beteiligen”, freut sich der Leiter der Sparte Karneval Willi Hansen. Mit den Jecken, die den Straßenrand säumten, feierte unter anderem auch die Karnevalsgesellschaft Nirmer Narrenzunft, die mit Remi I. Roebrocks seinen 40. Kinderprinzen für den Stadtteil stellte.

Leicht verspätet startete der Sonntags-Zug in Haaren, um mit den Jecken zu feiern. Trotz Schnee, Matsch und der durchdringenden Kälte ließ es sich kaum jemand im Stadtteil nehmen, am bunten Treiben teilzuhaben. Hannelore Wolf etwa, die in jedem Jahr aus Herzogenrath nach Haaren fährt, um dort den Sonntagszug zu sehen. „Hier ist es noch familiär und nicht so groß wie bei den Umzügen am Rosenmontag im Umkreis.” In Haaren liefen 28 Gruppen mit. Die Karnevalsgesellschaft Hooreter Jonge hatte den Umzug in diesem Jahr erneut organisiert und deckte die den Zugweg säumenden Zuschauer reichlich mit Kamelle ein. Für Hannelore Wolf gab es außerdem noch „Strüßjer”, gelbe Rosen und Narzissen. „Die werden mich zu Hause noch einige Tage an den tollen Nachmittag erinnern”, freut sie sich.

Auch zwischen Oberforstbach und Lichtenbusch regnete es am Sonntag Kamelle: Der Stadtteilzug am Karnevalssonntag ist für die Jecken hier der Höhepunkt der Karnevalswoche. Zwar waren wetterbedingt weniger Jecken als in den Vorjahren am Wegesrand - die aber hatten eine Menge Spaß. Angeführt von der KG Rott beteiligten sich 17 Gruppen und Vereine. Ein besonderes Schmankerl war einmal mehr der Wagen der Oberforstbacher Maijungen. Als Schlümpfe verkleidet sorgten sie mit lautstarker Partymusik für Stimmung am Zugrand.

Passend zum winterlichen Wetter präsentierten sich die Oberforstbacher Jonge im Aprés-Ski-Outfit. Den Abschluss bildete traditionell das Dreigestirn mit Prinz Reiner I., Bauer Roland und Jungfrau Helmi.

Bereits am Samstag war in Walheim das ganze Dorf auf den Beinen: Ausgerüstet mit Picknickkörben und Thermosflaschen war die Stimmung bei den Jecken bestens. So konnten auch kleinere Verzögerungen durch den Schnee und die umgekehrte Zugfolge den Spaß an der Freude nicht trüben. Wohl erstmalig machte nämlich nicht die gastgebende Erste Walheimer Karnevalsgesellschaft den Anfang, sondern das Trommler- und Pfeiferkorps Edelweiß. Acht Fußgruppen und kleinere Wagen waren diesmal bei dem kleinen, aber feinen Umzug dabei. Neben der Walheimer KG mit ihrem roten Festwagen und der Mexikaner-Fußgruppe prägte vor allem die bunt kostümierte Tanzgruppe der KG Friesenrath mit rund 60 Aktiven das Bild. Da der Zug vergleichsweise kurz ist, nutzten viele Zuschauer die Gelegenheit, die Wagen und Fußgruppen an anderer Stelle ein zweites Mal mit lauten „Alaaf!” zu begrüßen. „Das ist Volkskarneval vom Feinsten”, waren sich die Organisatoren einig.
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