Funken leben das Miteinander

Von: Svenja Pesch
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Ein Verein steht für herzlichen Karneval: Die Schwarz-Blauen Funken feiern ihr Kostümfest. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Aus närrischer Sicht hätte das Jahr für die KG Schwarz-Blaue Funken 1966 nicht besser beginnen können. Ausgezeichnet mit dem ÖKK, dem Öcher-Karnevals-Kulturpreis, vereinte nun das Kostümfest des Vereins alles, wofür die begehrte Auszeichnung symbolisch steht.

Präsidentin und Vorsitzende Trudi Hannappel füllt diese Tatsache mit Stolz: „Das Geld fließt komplett in den Aufbau unseres Vereins, der sich die Förderung der Kinder und die Integration von Menschen mit Behinderung zum Ziel setzt. Und allesamt brauchen neue Uniformen für ihre Auftritte.“

Beim Einmarsch der KG und der vereinseigenen Tanzgruppe „Black Blue Angels“ wurde deutlich, dass hier Integration gelebt wird. Behinderte und nicht Behinderte feiern ausgelassen den Öcher Fastelovvend – ganz normal. Und der Besuch der Bonneplöcker sorgte dank großer Kapelle für Partystimmung und Schunkel-Garantie. Mit schnellen Beats und atemberaubenden Choreographien tanzten sich die „Turbo Dancer“ in das Herz der Zuschauer. Doch auf einmal wurde es dunkel im Saal. Mystische Klänge und eine mit Fell behangene Truppe marschierte ein. Das Wappen – einen Büffelkopf – wurde hoch gehalten. Getuschel im Publikum. Keine närrischen Töne, keine glitzernden Kostüme, was hat es mit dem Besuch auf sich? Die „1. Aachener Hunnenhorde“ präsentierte eine ganz andere Art des Karnevals. Bevor es losging, wurden alle Anwesenden von der Schamanin von bösen Geistern befreit. Erst dann zeigten die Bauchtänzerin und Tänzerin, dass keltisches Blut in ihren Adern fließt. Das Flair der dunklen, geheimnisvollen Zeit zog das erst skeptische Publikum in seinen Bann und die pelzige Truppe erhielt langen Applaus.

Zum Abschluss ihrer Performance überreichte die „Hunnenhorde“ ihren Orden, ganz der keltischen Tradition angemessen, in einer kleinen Schatztruhe. Hannappel und Stimmungssänger Roberto, die gemeinsam durch den Abend führten, ließen immer wieder deutlich werden, dass ihr Verein ein offenes Ohr für jedes der 40 Mitglieder hat. Und so war es selbstverständlich, dass das älteste Mitglied, Günter Lob, auf eigenen Wunsch hin ein kleines Fotoshooting vor dem Vereinswappen bekam. Der Gehörlose ist 86 Jahre alt und verfolgt das närrische Treiben seines Herzensvereins von Beginn an. Eben ein Öcher Jeck durch und durch – wie alle Mitglieder der Schwarz-Blauen Funken.

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