Eine steile Karriere: Vom Schmied zum Prinzen

Von: Sarah Sillius
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Märchenprinz Philipp I. ist mittlerweile ein echter Bühnenprofi. Unterstützt wird er von seinen Eltern Iris und Thomas Lentzen. Philipps Vater war vor 30 Jahren selbst Kinderprinz. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zehn Minuten dauert es, bis sich der zehnjährige Philipp Lentzen in den Öcher Märchenprinzen verwandelt hat. Dann trägt er sein prachtvolles Kostüm und seine Kappe mit der langen Feder, setzt sein strahlendes Lächeln auf und nimmt das goldene Zepter in die Hand.

Philipp ist längst ein Profi. Von Aufregung ist vor seinen Auftritten keine Spur. Kein Wunder, denn auf der Bühne gestanden hat er in den letzten Wochen und Monaten oft genug. An das Rampenlicht hat er sich gewöhnt. „Ich hatte ungefähr 80 Auftritte in der Session”, erzählt der Öcher Märchenprinz.

Am Fettdonnerstag ist Philipp zur Höchstform aufgelaufen - mit 16 Auftritten an einem Tag. Dafür wurde er vom Schulunterricht freigestellt - eine Ausnahme. Philipp geht in die vierte Klasse der Katholischen Grundschule Verlautenheide. Karneval, Schule und sein Hobby Klettern miteinander zu vereinbaren, das hat die kleine Tollität problemlos gemeistert. Iris und Thomas Lentzen haben ihren Junior unterstützt und sind mächtig stolz.

Philipps Vater kann gut nachvollziehen, wie aufregend diese Zeit für seinen Sohn ist: „Ich war vor 30 Jahren selbst Kinderprinz.” Mit dem Ausschuss Aachener Kinderkarneval (Akika) fühlt sich Lentzen Senior seitdem tief verbunden. So kommt es nicht von ungefähr, dass auch der Junior seine Liebe zur fünften Jahreszeit schon in jungen Jahren entdeckte. Als Dreijähriger verkleidete sich Philipp zum ersten Mal und gab als Clown sein karnevalistisches Debüt.

Größere Verantwortung

Im kindlichen Hofstaat hat der Zehnjährige sozusagen Karriere gemacht. „In den letzten Jahren war ich schon Schmied und Jäger”, erzählt er. Als Kinderprinz trägt er eine größere Verantwortung, da kann er sich nicht mehr im Hintergrund verstecken. Rede und Liedchen müssen sitzen - und das auf Öcher Platt. Seit Dezember hat Philipp fleißig geübt.

Sein Motto „Kenger senge met de Mösch en d´r Öcher Märchebösch” („Kinder singen mit dem Spatz im Aachener Märchenwald”) ist mittlerweile unter den Aachener Kindern bekannt. In Scharen sind sie mit ihren Eltern zu den Sitzungen geströmt, um den Kinderprinzen live zu erleben. Von den vielen Auftritten sind Philipp I. besonders zwei in Erinnerung geblieben: die Prinzenproklamation und der gemeinsame Auftritt mit Prinz Alwin I. bei der AKV-Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst”. Wenn er davon erzählt, strahlt der Märchenprinz.

Dass die Session bald zuende geht, macht ihn traurig. Immerhin hat Philipp noch das große Finale - die Karnevalsumzüge - vor sich. Dann kann er seinen jungen Fans ein letztes Mal zujubeln, bevor er sein Prinzenkostüm ablegt und wieder zu Philipp Lentzen, dem zehnjährigen Jungen aus Verlautenheide, wird.
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