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Ein galaktischer Umzug in Werth

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:

Stolberg-Werth. Werth ganz außerirdisch: Besucher aus fernen Welten wurden am Sonntag in Massen in dem kleinen Örtchen gesichtet. .

Jubelnd und „Alaaf” rufend zogen die Sternenfahrer entlang der Hauptstraße und wurden von den Anwohnern herzlich begrüßt

Es waren die Werther, die den Karneval zum Exportartikel Nr.1 im Weltall gemacht haben. Unter dem Motto „Das Werther Raumschiff fliegt ins All und fiert do Karneval” haben die Fastelovendfreunde zahlreiche Außerirdische nach Werth geholt, um dort gemeinsam die Fünfte Jahreszeit zu feiern.

Es schien, als habe es alle Dorfbewohner hinaus auf die Straße getrieben, um „ihren” Karnevalszug unter dem hautnah mitzuerleben. Es ist der erste Karnevalszug, den die Fastelovvendfreunde nicht als Abteilung, sondern als eigenständige Karnevalsgesellschaft „Alder Werth” organisieren. Mit 192 Teilnehmern bzw. 33 Gruppen bot der Werther Karnevalszug Abwechslung und vor allem viel zu Lachen. Peter Nießen, der im Verein die Funktion des „Beisitzer für besondere Angelegenheiten” übernommen hat, moderierte von einem Hubwagen aus das Geschehen.

Es gab viele schöne Ideen zum Thema Sternenfahrer und Außerirdische, aber besonders gelungen war eine Art drehbares Ufo, das obendrein auch noch Rauch ausspeien konnte. Das Geheimnis des drehbares Ufos, bei zig Meter Alufolie für die Verkleidung drauf gegangen sind, ist ein Metallgestell mit Rädern. Erstaunlich, wie fix diese Gruppe aus Werth in Sachen Ufo bauen ist: „Die haben sich erst in letzter Wochen entschieden, was sie machen werden und haben ruckzuck dieses Ufo gebaut”, verriet Peter Nießen.

Irgendwo auf einem Planeten in einer fernen Galaxie haben 1,75 große Frösche das Sagen: Eine Abordnung des Froschplaneten - unter grasgrünem Kostüm und Goldlöckchenperücke steckten Werther Jugendliche - lief fröhlich Bonbons verteilend im Zug mit. Wie Außerirdische erscheinen zuweilen die Protagonisten der weichgespülten Fernsehdoku „Bauer sucht Frau”. Ob das der Gedanke bei der Kostümwahl der Breinigerberger war, konnte nicht geklärt werden: Fest steht jedoch, dass die „Balkanesen” mit ihrem Auftritt als liebestolle Landwirte genau nach dem Geschmack der Zuschauer am Straßenrand waren. Über die Gruppe aus Breinigerberg freute sich der 53-jährige Nießen ganz besonders, weil es das erste Mal war, dass Karnevalisten vom „Balkan” in Werth mitmaschierten. Hingegen schon traditionell ist, das Gruppen aus Mausbach, Gressenicher, Vicht, Schevenhütte, Eschweiler und aus Lamersdorf im Zug der Werther mitgehen.

Die „Löstigen Wölleklös” aus Mausbach zeigten sich sehr volksnah bei diesem Zug: Statt hoch über den Köpfen der Zuschauer auf einem Prinzenwagen zu thronen, lief UdoI. zu Fuß im Zug mit und schaufelte geradezu die Kamelle. Er ist halt ein Prinz zum Anfassen.

Die Stars einer Fußgruppe aus Eschweiler waren zwei Neufundländer, die brav im Zug mittrotteten. Knuffig waren die beiden Hunde vor allem wegen ihres „Raumfahrerleibchens”, das zu den Kostümen der Zweibeiner passte.

Hier noch einige galaktische Zahlen: Mit den beiden Hunden marschieren 194 Teilnehmer, aufgeteilt auf zwölf Wagen und 20 Fußgruppen, im Werther Zug mit. Mehr als die Hälfte Zugteilnehmer kommen aus dem Ort. Und auch für die Sternenfahrer, die Trilliarden von Kilometern mit ihren Raumschiffen zurückgelegt haben, steht jetzt schon fest, dass sie auch im nächsten Jahr wieder in Werth landen werden - um dort außerirdisch guten Fastelovvend zu feiern.
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