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Ehrentoupet schließt nur kleine Lücke

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
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Schmückt, wärmt und ehrt: Das neueste Toupet der Lustigen Figaros landete jetzt auf dem stellenweise kahlen Haupt von Michael Nobis. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Die vergangenen zwölf Monate waren für Bernd Büttgens reich an neuen Eindrücken. „Das Ding wärmt und es schmückt dich. Und es erinnert deine Frau an längst vergangene Zeiten”, gewährte der stellvertretende Chefredakteur unserer Zeitung im Eurogress Einblick in einen über vier Jahreszeiten hinweg gesammelten Erfahrungsfundus.

Wer die Jeckereien des Öcher Fastelovvend aufmerksam verfolgt, der ahnt vielleicht, wovon die Rede ist. Jahr für Jahr wird die schönste Tonsur va Oche geehrt. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von Narren, die sich damit auskennen müssen: Dem Verein der Lustigen Oecher Figaros. Der erste in der Riege war dereinst Heini Mercks, der letzte Bernd Büttgens - bislang. Am Sonntag wurde nun die Plaat von Michael Nobis, Inhaber der allseits bekannten Bäckereikette, mit dem Ehrentoupet veredelt.

Wie gehabt geschah dies im Rahmen einer vom vorsitzenden Figaro Hans Montag sowie dem Sitzungspräsidenten Erwin Dohmen geleiteten Veranstaltung. Und bei der werden naturgemäß sämtliche - männlichen - Haaransätze in den Fokus gerückt. Anstatt etwa die Fasanenfedern von Prinz Karneval zu bewundern, fragt man sich unversehens, wie es denn wohl darunter aussehen mag.

Und mehr als einmal ertappt sich der Zuschauer beim nachdenklichen Mustern des Nebenmanns, genauer: Des Nebenmanns Haarschopf. Tritt da etwa schon Brachland zu Tage? Und falls nicht: Wurde gar bereits mit einem modischen Haarteil nachgebessert?

Bei Michael Nobis ist dies nun der Fall. Und der Bäckermeister wusste zu berichten, dass auch seine bessere Hälfte der Auszeichnung auf Anhieb wohlwollend gegenüber stand. Während er selbst zunächst noch haderte, habe Jutta Nobis ihm schließlich den rechten Blickwinkel aufgezeigt: „Füge dich deinem Schicksal, nimm dich wie du bist, freue dich auf den Preis.”

„Staatse Kerl”

Damit dürfte die Bäckersgemahlin exakt den Ansatz auf den Punkt gebracht haben, den die Figaros intendieren: Soll man doch anderswo die männliche, gleichwohl ungeliebte Alterserscheinung verteufeln - der Oecher Figaro, ganz Jeck, verleiht ihr lieber einen närrischen Nimbus.

Laudator Bernd Büttgens„ prüfendem Blick entging freilich nicht, dass die dunkle Pracht aus dem Hause Herzig eine bislang „zugegeben kleine Lücke” schließt. Seis drum: Nicht nur für Büttgens„ Begriffe ist Michael Nobis „„ne staatse Kerl”, „die Speerspitze der lustigen Öcher Bäcker” , ein Ex-Prinz, „an dessen „närrische Regentschaft” man gern zurückdenkt und der nicht zuletzt „mitten in dieser Stadt aufgewachsen” ist - ganz so wie schon Generationen von „Nobissen” zuvor. Kurzum: Ein würdiger Preisträger des Ehrentoupets.
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