Die Tropigarde bekommt ihn, der AKV nicht

Von: Verena Richter
Letzte Aktualisierung:
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Beinahe echt: Jan Savelsberg parodiert den AKV-Ordensritter.

Aachen. Mit diesem „Besuch” hatten selbst die hartgesottenen Gardisten der Tropigarde nicht gerechnet: Während der Premierensitzung der Karnevalisten aus dem Aachener Ostviertel war er plötzlich da: Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg.

Er hatte sich verlaufen und obendrein in der Zeit geirrt. Und so wähnte sich der Verteidigungsminister am Freitagabend glatt im Eurogress bei der Sitzung des Aachener Karnevalsvereins (AKV), wo er gerne den „Orden des Todessterns” entgegennehmen wollte. Und so hatten die Tropis denjenigen zu Gast, den der AKV nicht bekommen hatte. Schuld daran war ein Taxifahrer. Dem hatte der beinahe echte Verteidigungsminister nämlich gesagt, er wolle zur besten Karnevalssitzung der Stadt und der eifrige Chauffeur brachte ihn prompt ins Josefshaus.

Handgemachter Karneval

Eine gute Entscheidung, wie die 300 Besucher im proppenvollen Josefshaus schnell feststellten. Denn sie erlebten eine perfekte, handgemachte Karnevalsshow, zu der auch der Besuch des vermeintlichen Verteidigungsministers zählte. Parodiert wurde zu Guttenberg von Jan Savelsberg, der - man mochte es kaum glauben - zum ersten Mal auf der Bühne stand, wie Tropi-Generalin Sarah Siemons nach dem umjubelten Auftritt dem Publikum verriet.

Das wurde in diesem Jahr von den Tropis übrigens mit in den Urlaub genommen. „Jetz houe se av noeh Rimini” hieß das Programm, allerdings handelte es sich dabei nicht nur um eine einfache Urlaubsreise, sondern sogar um eine Zeitreise ins schöne Italien der 1950er und 60er Jahre, was sich im liebevoll gestalteten Bühnenbild, den authentischen Kostümen und der Musikauswahl widerspiegelte. Neben bewährten Karnevalshits spielte die Tropi-Combo vor allem beliebte Schlager jener Zeit.

Im Mittelpunkt der Show stehen zwei Aachener Familien, die auf einem Campingplatz in Rimini Urlaub machen: Hertha mit ihren beiden Töchtern Annemie und Therese sowie Hermann mit seinen Söhnen Franz-Josef und Hans-Josef. In der Kaiserstadt sind sie Nachbarn, und nun campieren beide Familien auch im Urlaub nebeneinander. Das Problem dabei: Hertha und Hermann können sich nicht leiden, mehr noch, die beiden hassen sich regelrecht, ganz im Gegensatz zu ihren Kindern. Chaos ist da programmiert - ein Happyend allerdings auch.

Heimspiel für die Amigos

Bis es aber so weit war, erlebten die Öcher ein rasantes Spektakel mit italienischem Flair, bei dem sich Rahmenhandlung mit Tanz- und Gesangseinlagen abwechselten. Für Furore sorgten dabei die 4 Amigos, die im Josefshaus ein Heimspiel hatten, immerhin hat die Erfolgsgruppe ihre Wurzeln in der Tropigarde. Drei Zugaben mussten die Amigos geben, bevor die Zuschauer sie wieder von der Bühne ließen.

Doch auch die sieben Hauptdarsteller, Sarah Siemons, Susanne Lauffs, Ina Gröbner, Frank Jansen, Niklas Dahmen, Nico Jansen und Markus Siemons, begeisterten die Gäste - insbesondere Ina Gröbner, die mit viel Herz und noch mehr Öcher Dialekt genau den Geschmack des Publikums traf. „Niemand kann so schön auf Öcher Platt fluchen wie sie”, bemerkte Sarah Siemons.

Wenn es überhaupt Grund für Kritik gibt, dann, dass vier Stunden Programm eigentlich immer noch nicht genug sind. Dieser tollen Truppe möchte man einfach noch länger zusehen.
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