„Carneval College”: Die närrische Hochschule

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Christian Mourad ist Leiter des „Carneval College”. Mit seinen noch unbenannten Kollegen will er dem närrischen Bühnennachwuchs auf die Beine helfen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Geschäft mit dem Fastelovvend kennt Christian Mourad aus dem Effeff. Lange Jahre war der 45-Jährige hauptamtlicher Geschäftsführer des Aachener Karnevalsvereins (AKV) und dort zuständig für die Konzeption, Planung und Organisation der Fernsehsitzung, die er zudem auch gemeinsam mit dem AKV-Präsidenten moderierte.

Jetzt hat er nach reiflicher Überlegung die Leitung des „Carneval College” (CC) übernommen, gegründet vom Ausschuss Aachener Karneval (AAK), dem AKV, der Oecher Penn, der Aachener Prinzengarde, der Stadtwache Oecher Börjerwehr, der Rathausgarde Öcher Duemjroefe und der Regio Aachen. Georg Dünnwald fragte den freiberuflichen Kultur- und Veranstaltungsmanager, wie er sich den Aufbau und die Zukunft der „närrischen Hochschule” vorstellt.

Wer kommt denn als Student des „Carneval College” infrage?

Mourad: Diejenigen, die meinen, über genügend Talent zu verfügen, und die es gleichzeitig auf die närrische Bühne zieht. Dabei dürfte klar sein, dass wir schnell merken, ob genügend Potenzial vorhanden ist. Demjenigen, der nicht geeignet ist, sagen wir das auch.

Fünf Karnevalsvereine und der Dachverband der Öcher Gesellschaften sind die Betreiber des CC. Werden die auch bestimmen, wer närrischer Student wird?

Mourad: Nein. Die Schüler werden von meinem Team und mir ausgesucht.

Wir? Wer wird denn in Ihrem Team mitarbeiten?

Mourad: Ich kenne die Namen, ich habe mit allen gesprochen. Aus den beteiligten Personen will ich auch kein Geheimnis machen. Aber einige endgültige Zusagen fehlen mir noch. Wenn ich die habe, werde ich mein Team bekanntgeben. Und zwar rechtzeitig. Das Team besteht aus sehr kompetenten und auch bekannten Mitstreitern. Die werden in Rede, Tanz und Musik unterrichten. Eine Büttenrede kann richtig toll sein. In der heutigen Zeit können wir uns aber auch nicht der Comedy oder dem Kabarett verschließen. Wie die Rede gehalten wird, ist dabei jedem selbst vorbehalten. Auch für Öcher Platt haben wir unsere Fachleute. Die Mundart ist aber keine Voraussetzung. Und: Wir sind keine Casting-Agentur. Wir vermitteln das nötige Wissen, damit die College-Teilnehmer auf der Bühne nicht untergehen.

Und alle sind dem Karneval verhaftet und pratschjeck?

Mourad: Ja sicher. Aber keiner von und ist aktives Mitglied in einem Karnevalsverein.

Ein vorläufiges Konzept hat Jonathan Briefs, ein Kölner aus Aachen, angefertigt. Briefs ist auch Mitbegründer der Büttenredner-Akademie des Kölner Festkomitees. Der ehemalige Einhard-Schüler hat die Stunksitzung mit aus der Taufe gehoben und war aktiv bei den Rosa Funken. Wird Briefs denn unter den Dozenten zu finden sein?

Mourad: Ja sicher, der Jonathan wird uns unterstützen.

Hat denn ein CC in Aachen überhaupt einen Sinn?

Mourad: Selbstverständlich. Genauso wie in Köln. Der Nachwuchs ist rar gesät. Auch im Kölsche Fasteleer. Marc Metzger, dä Blötschkopp, hat die Karnevalsakademie besucht und ist lange nicht auf die Bühne gelassen worden. So wird es auch mit unseren Schülern sein. Um etwas aufzubauen, braucht man Zeit. Die Schüler müssen an sich arbeiten können. Im Übrigen peilen wir den Einzugsbereich Städteregion und darüber hinaus die deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien und die niederländische Grenzregion an.

Wann beginnt der Unterricht?

Mourad: Gleich nach Karneval. Und für Oktober werden wir versuchen, einen Aufführabend zu organisieren, vorausgesetzt, wir haben genügend Mitwirkende. Geduld ist bei uns eine ganz große Tugend.
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