Aachen - Balam I. heißt der neue Prinz

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Balam I. heißt der neue Prinz

Von: Georg Dünnwald
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Für Balam I. (Byarubanga) ist der Spaß An dr Freud die wichtigste Sache am Karneval. Der aus Uganda stammende Prinz Karneval hat 15 Gefolgleute, neun davon sind Frauen. Das ist ein Novum. Foto: M. Ratajczak

Aachen. Balam Byarubanga fiebert der fünften Jahreszeit entgegen. Der 60-Jährige wird nämlich der nächste Volksprinz in Richterich sein. Als Balam I. wird er über die Narren im hohen Aachener Norden herrschen.

Seinen Hofstaat hat er perfekt. 15 Mitglieder, darunter neun Frauen, werden ihn durch die Session begleiten. Was sehr ungewöhnlich ist. Denn der Aachener Karneval ist schon sehr männlich geprägt.

Vor Bürgerkrieg geflohen

Byarubanga kam vor 32 Jahren nach Deutschland. Er floh vor dem Bürgerkrieg, der nach dem Sturz des grausamen Diktators Idi Amin entfacht wurde. Kurze Zeit lebte die designierte Tollität in Saarbrücken, wurde von dort aber durch die Carl-Duisberg-Gesellschaft, die die ugandischen Flüchtlinge betreute, nach Dortmund beordert. Aus der westfälischen Metropole heraus wurden die Ugander auf verschiedene Städte und Landkreise verteilt: „Ich hatte Glück, ich kam nach Aachen”, erinnert sich der fröhliche Deutsche aus Ostafrika.

„Ressentiments wegen meiner Hautfarbe habe ich nie erfahren”, beteuert der neue pratschjecke Volksprinz, der 1984 in „seinem” Richterich eine neue und endgültige Heimat fand. Als gelernter Gebäudereiniger mit Gesellenbrief bewarb er sich beim Uniklinikum, dem er bis heute die Treue hielt. Jetzt putzt er nicht mehr, er ist Leiter der Reinigungskontrollgruppe, sitzt mithin also in der Verwaltung des Medizinkolosses.

Seit fünf Jahren ist Byarubanga nun Mitglied der Koe Jonge, die bekanntlich den Prinzen stellen, der auch für Laurensberg, Orsbach und Horbach zuständig ist. Da muss man als 60-Jähriger schon eine Menge Puste haben, um eine Session durchzustehen, Für Balam I. ist das aber kein Problem. „Ich piefe nicht”, sagt er und versichert gleichzeitig, nichts gegen Raucher zu haben. Und er läuft. Er mag es sportlich, dafür sprechen schon die jeweils zehn Kilometer, die er wöchentlich drei Mal absolviert.

Durch seine jetzt 17-jährige Tochter Melanie, die bei den Marangis, der Schautanzgruppe der Koe Jonge mitmacht, ist er Koe Jong geworden. In Uganda lebt noch der Sohn John, 38-jährig und aus derselben Beziehung stammend wie die in Frankreich lebende Tochter Evelyn (37).

„Für mich und meinen Hofstaat ist vor allem eines wichtig, nämlich der Spaß an dr Freud,” stellt die designierte Tollität nachdrücklich fest. Für Balam I. und seine 15 Mitstreiterinnen und -streiter ein Grund, keine gesonderten Ämter als Hofstaatsmitglieder zu haben.


„Wir tragen allesamt einheitliche Kostüme, die an die Herkunft unseres Narrenherrschers erinnern soll”, erklärt Holger Brantin, der Mitglied des prinzlichen Gefolges ist.

Zurzeit sind Balam Byarubanga und seine Gefolgsleute dabei, ein Programm zu erstellen und die zu erwartenden Termine zu koordinieren. Und wie es sich in Aachen und damit auch in Richterich gehört, werden auch Lieder mit zum Repertoire gehören. „Das Singen muss ich noch üben”, gibt Byarubanga unumwunden zu. er ist sicher, dass alles klappen wird und das Programm perfekt ist, wenn am 12. November in der Peter-Schwarzenberg-Halle intern zum Narrenherrscher gekürt wird.

„Der hat es drauf”

Die offizielle Proklamation ist am Samstag, 7. Januar 2012, ebenfalls in der Peter-Schwarzenberg-Halle. „Das wird sicher ein toller Abend”, ist Koe-Jonge-Präsident Thomas Neunfinger überzeugt. Er schwärmt vom neuen Prinzen. „Der hat es drauf”, glaubt er. „Vor allem, Balam wird gut bei den Jecken ankommen”, ist Neunfinger überzeugt.


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