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An Fastnacht wird es mittelalterlich

Von: Sina Listmann, dpa
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Was trägt der trendbewusste Fastnachter in diesem Jahr? Zunehmend Mittelalter-Kostüme, meinen Fachleute.. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Mainz. Was trägt der trendbewusste Fastnachter in diesem Jahr? Zunehmend Mittelalter-Kostüme, meinen Fachleute. Der Pirat kann aber seinen Spitzenplatz als beliebteste Figur verteidigen.

Rauflustige Piraten mit Papagei und Augenklappe, mittelalterliche Adelsdamen mit Diadem und Goldring oder zierliche Feenmädchen mit Zauberstab: Bei den beliebtesten Rollen im diesjährigen Fastnachtstrubel geht es historisch zu. Experten machen zunehmend einen Trend zu aufwendigen mittelalterlichen Kostümen aus.

Grund seien Filme und Bücher, erklärt der Sprecher der Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwaren Industrie, Dieter Tschorn. „Der Film war schon immer Wegbereiter für Kostüme.”

Die Nummer Eins in den Kostümabteilungen ist und bleibt aber der Pirat. Seit dem Film „Der Fluch der Karibik” ist das einfache Kostüm Favorit bei Männern und Frauen. Es werde jedes Jahr mit neuen Accessoires aufgepeppt und könne sowohl sehr männlich als auch aufregend feminin aussehen, sagt Tschorn.

Die aufwendigen und vor allem teuren Mittelalter-Kostüme machen dem Pirat nach Tschorns Angaben noch lange keine Konkurrenz, sind aber im Kommen. Hintergrund seien unter anderem die Verfilmung des Buchs „Die Säulen der Erde”, der Kinderfilm „Rapunzel” und Mittelaltermärkte, erklärt der Verkaufsleiter der Firma Fries und Söhne im rheinlandpfälzischen Idar-Oberstein, Gerd Horbach.

Auch der Kostümverkauf Cocolores in Mainz sieht im mittelalterlichen Graf- und Gräfinnen-Outfit den kommenden Kassenschlager. Männliche Narren lassen sich die Verkleidung mitunter mehr kosten als Damen, hat Geschäftsführer Matthias Schreiber beobachtet. „Männer wollen auch mal glänzen und geben dafür mehr Geld aus.”

Auch Halloween-Verkleidungen und Punk- oder Gothic-Elemente finden die Jecken mittlerweile an den Stangen der Kostümabteilungen. „Aber abschrecken wollen die wenigsten damit”, sagt Tschorn. Die Hexe soll an Fastnacht nicht grauenvoll wirken, sondern eher sexy, meint auch Schreiber.

Böse Hexenkostüme mit riesigen Nasen und Warzen haben mehr Konjunktur bei den Umzügen der alemannischen Fasnacht. Die Bevölkerung am Rhein greife nach wie vor lieber zu den lustigen Clowns-Kostümen oder Schurkenkostümen, sagt Horbach. Außerdem seien Hippiekostüme auch wieder beliebt - vor allem bei älteren Kunden. „Die Leute wollen sich mal wieder wie früher anziehen.”

Bei Kindern sind nach wie vor Cowboy und Indianer der Hit, Cowboykostüme gehen aber besser. „Aus dem einfachen Grund, weil die Cowboys meistens die Indianer versohlen und nicht umgekehrt”, sagt Horbach. Das absolute Muss: die Waffe. Jungs brauchten vor allem etwas „zum Draufhauen, um den Prinzessinnen imponieren zu können”.

Doch auch bei den Mädchen bekommt der ewige Kassenschlager Prinzessin immer stärker Konkurrenz von Feenmädchen und Elfen. „Es gibt ja kaum noch royale Familien, und wenn man sie in der Presse sieht, sehen sie nicht mehr so prunkvoll aus wie einst Sissi”, sagt Horbach.
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