Aachen - Aachens Märchenprinz weiß Bescheid: Kamelle machen glücklich!

Christopher Robin Kino Freisteller Winnie Puuh

Aachens Märchenprinz weiß Bescheid: Kamelle machen glücklich!

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
16209019.jpg
Selten waren auf Aachens Straßen so viele exotische Tiere zu sehen... Foto: Heike Lachmann
16209020.jpg
...wie am Sonntag. Der Kinderzug wirkte auf Tiger, Bären, Eulen, Hühner und ein paar Springpferde von der Kleebach Schule... Foto: Heike Lachmann
16209021.jpg
...zur Freude der 60.000 Zuschauer offenbar äußerst anziehend.
16209018.jpg
Märchenprinz Julius I. bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Kamelle werfen beim Kinderzug findet er besonders toll.
ANS-kinderzug-2018-0081.jpg
Das junge Narrenvolk feierte seinen Herrscher begeistert. Fotos: Steindl

Aachen. Was denn am meisten Spaß macht? „Kamelle werfen natürlich!“, meinte Julius I. zufrieden nach seinem großen Tag. Als Märchenprinz der Stadt Aachen fuhr er am Sonntag am Ende des Kinderzugs durch sein närrisches Reich. Bei größtenteils trockenem, aber eiskalten Wetter säumten rund 60.000 Zuschauer die Straßen.

Vor allem am Elisenbrunnen herrschte tolle Stimmung. Hier standen die Jecken dicht an dicht, auch auf der Tribüne, die von Akika-Leiter Wolfgang Radermacher moderiert wurde. Prinz Mike I. und sein Hofstaat verfolgten dort den Umzug ihrer jungen Amtskollegen. „Hier hat es mir besonders viel Spaß gemacht vorbeizufahren, denn hier stand auch meine Familie“, freute sich Julius. Sein Vater, Oberbürgermeister Marcel Philipp, begleitete seinen Sohn in traditioneller Landsknecht-Uniform als Wagen-Engel.

„Überhaupt sind wir den vielen ehrenamtlichen Helfern zu Dank verpflichtet, denn ohne sie könnten wir das Ganze nicht stemmen“, sagte Dirk Engel. „Auch dank der Wagen-Engel kann ich vermelden: Es gab keine besonderen Vorkommnisse, und der Zug hat sich perfekt durch die Straßen geschlängelt“, zog der Zugleiter ein zufriedenes Fazit nach seinem mittlerweile dritten Kinderzug. Positiv war auch die große Beteiligung der Schulen, Kindergärten und Vereine. 3700 gemeldete Teilnehmer waren auf 132 Zugnummern verteilt.

Schmucke Wagen bejubelt

Die Stadtreiter, die Prinzengarde und die Öcher Klüttekenger führten den närrischen Lindwurm an. Die Klüttekenger sorgen stets dafür, dass der Kinderzug ohne Gebühr auskommt und sammeln eifrig Spenden.

Viele traditionsreiche Vereine waren mit ihren Kindergruppen dabei. Die Öcher Börjerwehr, die Rathausgarde Oecher Duemjroefe, die KG Eulenspiegel in ihrer 111. Session mit drei Wagen, die Koe Jonge Richterich und die KG Hooreter Frönnde mit ihrem Kinder-Dreigestirn unter dem Motto „Sternenhimmel über Hoore“ sorgten mit schmucken Wagen für Jubel.

Viele Schulen zeigten sich kreativ und hatten sich richtig etwas einfallen lassen. Die Kleebach Schule ging unter dem Motto „Höher, weiter, bunter“ als Öcher Springpferde und erinnerte damit an das Reitturnier CHIO. Die Viktor-Frankl-Schule setzte sich mit dem Motto „Wir bauen aufeinander“ für die Integration von Menschen mit Behinderung ein.

Die OGS Lousberg blühte mit Blumenkostümen förmlich auf, das Kaiser- Karls-Gymnasium zeigte „zauberhaften Unterricht und magische Momente“, die Grundschule Passstraße ging unter dem Motto „Pass op Zack“ als Mäuse und Teufel beim Kinderzug mit. Das Familienzentrum Schikita machte als „Äpfel, Möhren und Salat“ Kaiser Karls Garten parat.

Eisbär, Einhorn und Co.

Unter den Zuschauern waren in diesem Jahr wärmende Tierkostüme mit viel Plüsch besonders beliebt. Viele Einhörner, Schafe und Bären wurden gesichtet. Auch die Mädchen und Jungen der Kita St. Josef zeigten ihre Tierliebe und gingen als Tierpark-Pinguine. Als Kängurus ging die KGS Verlautenheide mit, während die DLRG-Jugend als Eisbären unterwegs war und die Waldorfschule sogar den „Karneval der Tiere“ aufleben ließ. Die GGS Am Höfling nahm sich der leidigen Baustellen-Problematik an und stellte fest: „Vür hüppe von Baustelle_SSRq zu Baustell“. Das Mädchengymnasium St. Ursula nahm als Überaschungseier Bezug auf die Diskussionen um G8 und G9.

Engagement für Kinder sowie Integration von Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund ist ein Thema, dem sich zwei Vereine verschrieben haben. Das Kindernetzwerk Forst von Klaus-Dieter Jacoby war mit zwei Wagen vertreten, und Uschi Brammertz beteiligte sich zum 13. Mal mit ihrem Wagen vom Kindernetzwerk Rothe Erde, diesmal unter dem Motto „Integrieren statt lamentieren“. „Es geht darum, Kinder an das Brauchtum heranzuführen, sie erleben zu lassen, wie es ist Kamelle zu werfen, von den Jecken bejubelt zu werden“, erklärt Brammertz.

Durch einen Kontakt der RWTH Aachen war unter den zahlreichen Musikgruppen auch eine Blaskapelle aus Norwegen. Wie die Kollegen zum Beispiel aus aus Montzen und Brunssum sorgten sie zwischen den Wagen und Fußgruppen für die gute Stimmung.

Der Akika ist eine große Familie, und so ist es guter Brauch, dass auf dem sogenannten Monikawagen die Ex-Prinzen und ehemaligen Hof­staatsmitglieder und Kindergardisten mitfahren.

„Kamelle werfen macht glücklich!“

Wenn der Musikverein Hahn zu hören ist, dann weiß man: Der Märchenprinz ist nicht mehr weit entfernt. Gegen 13.45 Uhr erreichte Julius I. als 66. Märchenprinz den Aachener Markt. Beinahe bis zum Ende hatte das Wetter gehalten, erst mit dem letzten Kamelleregen setzte ein leichter Nieselregen ein. Müde, aber zufrieden kommen Julius und sein Gefolge am Karlsgraben an, wo sich der Zug auflöste und Vater Marcel Philipp ihm die Prinzenmütze abnahm und feststellte: „Kamelle werfen macht glücklich!“

Nach dem Kinderzug ist es Tradition, bei der Kaffeevisite den schönen Tag ausklingen zu lassen. Die Kaffeevisite ist die älteste und damit traditionsreichste Veranstaltung des Aachener Karnevalsvereins (AKV). Es ist stets ein wunderschönes Bild, wenn bunt kostümierte Kinder im prächtigen Ambiente vom Ballsaal im Alten Kurhaus Karneval feiern.

Ebenfalls Tradition ist, dass die Stadtwache Öcher Börjerwehr die Veranstaltung jedes Jahr unterstützt. Kommandant Michael Hommelsheim und seine Waschweiber umsorgten die Kinder liebevoll. Und natürlich präsentierte die „Kleine Börjerwehr“ ihr Showprogramm. Die Hauptperson des Tages, der strahlende Märchenprinz Julius I., stand selbstverständlich im Rampenlicht. Die Kaffeevisite mit dem früheren Untertitel „Kaffee, Kids und Kokolores“ veranstaltet der AKV seit mehr als 100 Jahren für den karnevalistischen Nachwuchs.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert