Von Nazis und Kommunisten eingesperrt

Von: ast
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Aachen. Wladyslaw Bartoszewski, früherer polnischer Außenminister und außenpolitischer Berater von Premierminister Donald Tusk, ist einer der prominentesten Gäste, die im Laufe des Karlspreisrahmenprogramms nach Aachen kommen.

Am Freitag, 30. April, ist er zu Gast im Geschwister-Scholl-Gymnasium, Stolberger Straße 200, um einen Vortrag zu halten mit dem Thema: „Es lohnt sich, anständig zu sein”. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr, aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter 0241/5101-320 gebeten.

Dem Vortrag wird sich eine Diskussion anschließen. Moderiert wird das Gespräch von den Schülerinnen Vanessa Czomba und Simone Rothkegel sowie von Bernd Mathieu, dem Chefredakteur dieser Zeitung.

Der heute 88-jährige Historiker, Publizist und Politiker Bartoszewski wurde 1940 bei einer SS-Razzia verhaftet und als politischer Häftling nach Auschwitz deportiert. Schwer krank wieder entlassen, schloss er sich dem Widerstand an und nahm am Warschauer Aufstand teil. Kurz nach dem Krieg wurde er vom kommunistischen Regime wegen angeblicher Spionage zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, später rehabilitiert. 1981 wurde der im Rahmen des Kriegsrechts interniert. Nach der Wende war er zweimal Außenminister, er ist Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels und Ehrenbürger des Staates Israel.

Am Samstag, 1. Mai, wird im Anschluss an eine Konferenz polnischer Organisationen in Europa im Rahmen einer feierlichen Gala der „Polonicus”-Preis verliehen (um 19 Uhr im Krönungssaal des Rathauses). Geehrt werden Persönlichkeiten, die zum deutsch-polnischen Dialog beigetragen haben und die polnische Kultur in Deutschland aktiv gestalten und präsentieren. Den Hauptpreis erhält Bartoszewski, die anderen Preisträger sind Jerzy Buzek, der Präsident des Europäischen Parlaments, die Dirigentin Zofia Wislocka und Piotr Maloszewski, Vorsitzender des Christlichen Zentrums zur Förderung der polnischen Sprache, Kultur und Tradition in Deutschland.

Auf dem Dreiländerpunkt wird am Sonntag, 2. Mai, wieder das große polnische Fest „Europa ohne Grenzen” gefeiert (von 11 bis 19 Uhr). Musik und Kunst sind die Hauptattraktionen des Festes, Spezialitäten aus der polnischen Küche runden die kulturelle Begegnung ab.

„Chopin - Facetten eines Genies” heißt der Konzertabend, der am Montag, 3. Mai, um 20 Uhr im Ballsaal des Alten Kurhauses stattfindet. Matthias Rein, Klavier, und Christoph Bubeck, Violoncello, unternehmen am polnischen Nationalfeiertag einen Streifzug durch die Werke des großen romantischen Komponisten, der vor 200 Jahren geboren wurde.
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