Aachen - Solidarität fängt in Europa im Kleinen an

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Solidarität fängt in Europa im Kleinen an

Von: Christopher Gerards
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Im Aachen-Fenster diskutierte
Im Aachen-Fenster diskutierte „Nachrichten”-Redakteur Marco Rose (2.v.r.) mit Marcel Philipp, Sabine Verheyen, Friedhelm Ost, und. Angelica Schwall-Düren (v.l.) über Europa. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Apropos Partnerschaft: Wie wäre es denn mit einer Partnerstadt für Aachen, Herr Philipp, einer griechischen? „Also im Moment stehen wir in Kontakt zu einer türkischen Stadt, aber wir sind offen für weitere Dinge.”

Und wie wäre es mit diesem Vorschlag von NRW-Europaministerin Angelica Schwall-Düren: „Bald besucht eine Delegation von Gouverneuren griechischer Provinzen Deutschland, und bittet um Expertisen. Da wäre es doch wunderbar, mit ihnen in die Wissenschaftsstadt Aachen zu kommen?” Oberbürgermeister Philipp lächelte ob der Anfrage, er überlegte nicht lange, er sagte: „Sehr gerne.”

Und auch das war eine Erkenntnis bei der prominent besetzten Podiumsdiskussion „Einer für alle, alle für einen? Solidarität und Renationalisierungstendenzen in Europa”, die als Teil des Karlspreisprogramms am Montag im Aachen-Fenster stattfand, und von „Nachrichten”-Politikredakteur Marco Rose moderiert wurde: Die Solidarität in Europa fängt schon im Kleinen an. Denn, das bemerkte ein Mann im Publikum, im krisengebeutelten Europa mangele es vor allem an einem: „Wir, die Bürger Europas kennen uns zu wenig!” Seine Forderung: Fremdsprachenkurse, Austauschprogramme und eben Städtepartnerschaften müssten her.

Die Europaministerin Schwall-Düren ergänzte, dass man auf dieser Ebene in NRW vieles an den Schulen mache, erst am Morgen hatte sie eine Europaschule in Lemgo besucht. „Wir versuchen diese Bürgergesellschaft auch in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen.” Vernünftig sei im Übrigen - wie bei einer solchen Veranstaltung - mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, mit den Trägern der gemeinsamen europäischen Solidarität, wie die Experten sagten.

Aber was bringt das eigentlich, diese Solidarität? Friedhelm Ost, ehemaliger Sprecher der Regierung Kohl, als solcher noch immer ein glühender Europäer, sagte: „Europa ist unsere Zukunft. Wir haben künftig nur eine Chance in der Welt, wenn wir solidarisch miteinander sind in Europa!” Und: Selten habe es in der Geschichte eine derart lange Periode des Friedens in Europa gegeben.

Daher sollten die Staaten Europas wirtschaftlich enger zusammenrücken, auf Wachstum setzen und einander vertrauen. Klar, Zusammenhalt in dieser Form koste Geld, sagte Europaparlamentarierin Verheyen. „Aber Solidarität ist doch keine Einbahnstraße.” Einen Großteil der deutschen Wirtschaftskraft mache der Export aus, und eben jener wandere in großen Teil in EU-Staaten, sprich: in den europäischen Binnenmarkt. Folge: „Es fließt viel zurück.” Almosen wolle sie dennoch nicht verteilen, sagte Verheyen.
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