Aachen - Riccardi erobert die Herzen der Aachener

Riccardi erobert die Herzen der Aachener

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
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Beliebt: Andrea Riccardi musste auf dem Weg zur Katschhofbühne einige Autogramme geben.

Aachen. Entspannt ging der designierte Karlspreisträger Prof. Dr. Andrea Riccardi über den Katschhof. Ein Autogramm hier, ein kleines Gespräch da. Die Sicherheitskräfe blieben im Hintergrund, kaum sichtbar. Vor der großen Katschhofbühne keine Absperrgitter, der Gegenentwurf zum Vorjahr, als Bundeskanzlerin Angela Merkel für die höchste Sicherheitsstufe beim Karlspreisfest sorgte.

Und wer nun dachte, dass der zugegebenermaßen nicht ganz so bekannte Riccardi weniger Interessierte zur großen Fete locken würde, sah sich getäuscht.

Knapp 2000 Menschen sorgten am Mittwochabend für regelrechte Volksfeststimmung und spendeten dem gut aufgelegten und sehr sympathisch wirkenden Gründer der Gemeinschaft von Sant´Egidio reichlich Szenenapplaus.

Denn zu Beginn der annähernd dreistündigen Show mit interessanten Talks und viel erstklassiger Musik geriet Professor Riccardi im Gespräch mit „Nachrichten”-Chefredakteur Bernd Mathieu so richtig ins Plaudern. „Ich dachte, Wärme gäbe es nur im Mittelmeerraum. Aber hier ist ja wärmer als in Neapel”, eroberte der Historiker im Schnelldurchgang die Herzen der Aachenerinnen und Aachener.

Überzeugend schilderte der Christ, dass er jegliche Form von Krieg ablehne, „denn der Krieg ist der Vater aller Armut”. Und von diesem Dämon könne sich die Menschheit mit viel Liebe und durch den Glauben befreien.

Seine Botschaft für Europa: Die Völker sollten zusammenrücken und ihr Leben auf der Basis des Friedens, der Menschlichkeit und der Freiheit gestalten. Dabei sollten die Europäer Afrika fest im Blick behalten: „Afrika ist eine große Chance auch für Europa.”

Dass der 59-Jährige auch Humor hat, bewies er mit seiner Antwort auf die Frage der beiden gewohnt souveränen Moderatoren Bernd Büttgens und Uwe Brandt. Sie wollten wissen, wie er denn den Anruf aus Aachen in Sachen Karlspreisverleihung aufgenommen hätte: „Ich war der Auffassung, beim Karlspreis werden nur Präsidenten oder Minister genommen. Und wenn sie keinen finden, dann nehmen sie einen Außenminister. So dachte ich, entweder sind die in Aachen sehr verzweifelt oder es hat eine große Bedeutung.” Beim Besuch der Aachener Delegation in Rom sei ihm dann klar geworden, dass das Karlspreisdirektorium wohl nicht verzweifelt gewesen sei: „Allerdings rätsele ich noch über die große Bedeutung.”Oberbürgermeister Jürgen Linden beschrieb die diesjährige Ehrung als „Karlspreis von unten”: „Europa wächst auch von unten. Professor Riccardi personifiziert das am besten. Ihm kann man trauen.”

Großer Beifall

Mit großem Beifall wurde Riccardi verabschiedet und die Vertreter des Jugendkarlspreises begrüßt. „Dass wir alle 27 Nationen hier auf der Bühne haben, gibt es nur in Aachen”, stellte Bernd Büttgens, stellvertretender „Nachrichten”-Chefredakteur, treffend fest.
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