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Karlspreis für Zentralbankchef Jean-Claude Trichet

Von: Gerald Eimer
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Der französische Finanzexperte und Präsident der Europäischen Zentralbank , Jean-Claude Trichet, erhält 2011 den Aachener Karlspreis. Foto: dapd

Aachen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Währungskrise in Europa geht der Karlspreis 2011 an den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet. Der 67-Jährige stehe für eine seriöse Fiskalpolitik in Europa, erklärte Jürgen Linden, Sprecher des 17-köpfigen Karlspreis-Direktoriums, das sich am Samstag einstimmig auf den neuen Preisträger verständigt hat.

Trichet habe sich herausragende Verdienste um den Zusammenhalt der Währungsunion, die Stabilität des Euro und den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit Europas erworben. Linden lobte den Franzosen als „fabelhaften Denker und großen Europäer”, der für die Unabhängigkeit der Zentralbank stehe und sie gegen nationale Politikinteressen verteidige.

Damit geht der Karlspreis neun Jahre nach der Auszeichnung des Euro selbst diesmal an eine Persönlichkeit, die maßgeblich den aktuellen Kurs der europäischen Geldpolitik bestimmt. Trichet habe von der ersten Stunde an die Gemeinschaftswährung mitgestaltet. Aus Sicht des Karlspreis-Direktoriums hat der Euro eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die derzeit jedoch in Gefahr sei. Wenn der Euro scheitere, scheitere auch Europa, zitierte Linden Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ein Rückfall in nationale Währungen komme nicht in Betracht, so Linden.

Der Euro sei von erheblicher Bedeutung für die europäische Wettbewerbsfähigkeit, für unseren Wohlstand, aber auch für die gesamte Weltwirtschaft. „Trichet meistert seine Aufgabe hervorragend„”, so Linden. Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp fügte hinzu: „”Wir haben über die gesamte Amtszeit Belege dafür, dass Trichet den Euro als stabile Währung gut auf Kurs hält.”

Vielfach wurde Trichet bescheinigt, das Ausmaß der Finanzkrise früh erkannt und den Ernst der Lage richtig eingeschätzt und entsprechend reagiert zu haben. In der „Zeit” urteilte der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt vor wenigen Monaten: „Von allen europäischen Instanzen ist bisher allein die Europäische Zentralbank unter Jean-Claude Trichet makellos.”

Mit der Preisverleihung an den Zentralbankchef verbindet das Karlspreis-Direktorium zugleich die Aufforderung an die europäische Politik, „sich an die Verwirklichung einer Politischen Union heranzuwagen, die die Wirtschafts-, Finanz- und Haushaltspolitik im Euroraum wirksam koordiniert”.

Die Preisverleihung erfolgt seit 1950 traditionell am Himmelfahrtstag, Trichet wird die Auszeichnung am 2. Juni 2011 im Aachener Rathaus entgegennehmen.
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