Karlsmedaille für italienische Verlegerin

Von: dpa
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Aachen. Die italienische Verlegerin Inge Schönthal-Feltrinelli (80) hat in Aachen den europäischen Medienpreis, die Karlsmedaille, erhalten.

Das Kuratorium zeichnete die gebürtige Essenerin für ihren Beitrag zur europäischen Integration aus und setzte gleichzeitig ein Zeichen für Presse- und Medienfreiheit. Feltrinelli gilt als die „Grande Dame des italienischen Verlagswesens”. Ihr unabhängiger Verlag sei ein Bollwerk in der durch extreme Konzentration geprägten Medienlandschaft Italiens, stellte die Kuratoriumsvorsitzende Frauke Gerlach laut einem vorab verbreiteten Text am Donnerstag fest.

Feltrinelli sei eine große europäische Persönlichkeit, die die Medienbranche weit über die Grenzen Italiens hinaus präge und bereichere. „La Inge”, wie die Verlegerin respektvoll genannt werde, verfolge die Vision einer kritischen und offenen Literaturszene. Genau die brauche das wachsende Europa mehr denn je zur demokratischen Weiterentwicklung.

Der frühere „Spiegel”-Chefredakteur Stefan Aust beschrieb die Preisträgerin als Rebellin, „die alle Konventionen sprengt, die lautstark protestiert gegen Zustände und Personen, die sie unerträglich findet”. Nach dem Tod ihres Mannes habe sie den Verlag aus der Krise geführt, sagte Aust in seiner sehr persönlichen Laudatio. Heute betreibe der Verlag über 100 Buchhandlungen.

Gestiftet wird die undotierte Auszeichnung vom Verein „Médaille Charlemagne pour les Médias Européens” (Karlsmedaille für die europäischen Medien) in Anlehnung an den Aachener Karlspreis. Im vergangenen Jahr hatte der Musiker und Dirigent André Rieu den Preis erhalten.

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