Erst Kalbsfleisch, dann Europa-Euphorie

Von: Thorsten Karbach
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14. WDR-Europaforum in Berlin
Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, bekommt in Aachen den Karlspreis. Foto: dpa

Aachen. Er kommt mit seiner Frau Aline Rybalka und den Söhnen Pierre-Alexis und Jean-Nicolas, aber einen Familienausflug darf Jean-Claude Trichet in Aachen nicht erwarten.

Allzu groß sind die Erwartungen an den Karlspreisträger 2011. Der Präsident der Europäischen Zentralbank soll in der Finanzkrise Stellung beziehen. „Wir haben mit der Wahl voll ins Schwarze getroffen”, sagt der Sprecher des Karlspreisdirektoriums Jürgen Linden. Das belege das öffentliche Interesse.

Die Gästeliste wird immer länger, doch nur 850 Gäste dürfen zur Verleihung in den Krönungssaal. „Der ist pickepacke voll, das war nicht immer so”, erklärt Oberbürgermeister Marcel Philipp. Unter den Gästen sind neben Laudator José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, die ehemaligen Preisträger Jean-Claude Juncker, Felipe Gonzàles Márques, Leo Tindemans, Simone Veil und Franz Vranitzky.

Erwartet werden ferner Finanzminister Wolfgang Schäuble, Umweltminister Dr. Norbert Röttgen, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit den NRW-Ministern Guntram Schneider und Angelica Schwall-Düren, 15 Mandatsträger, Jens Weidmann (Präsident der Bundesbank), Außenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher und Bundespräsident a. D. Horst Köhler. Allein das Interesse aus Trichets Heimat Frankreich ist überraschend gering. Nicht ein TV-Team hat sich angemeldet. Die mediale Nachfrage - rund 100 Akkreditierungen - beschränkt sich auch in Zeiten der verschärften (Finanz-)Krise auf Deutschland. Ein spanisches TV-Team bestätigt als Ausnahme die Regel.

Dennoch, Linden und Philipp werden nicht müde, die besondere Bedeutung des Karlspreises 2011 zu betonen. „Ich erwarte Signale, Hoffnung und Europa-Euphorie”, sagt Linden. Dafür soll Trichet sorgen. Er wird Mittwochmittag in Aachen ankommen, um 15 Uhr im Fo4 des Kármán-Auditoriums der RWTH (freier Eintritt) sprechen.

Abends gibt es ein Karlspreis-Diner in der Aula Carolina mit rosa gegarten Kalbsfleischtranchen und lauwarmen Törtchen weißer Schokolade. Geschmackvoll und vor allem tiefgründig soll dann die Preisverleihung werden. Beginn ist nach dem Pontifkalamt (9 Uhr) im Dom und Empfang im Rathaus (10.25 Uhr) um 11.15 Uhr. Gegen 12.45 Uhr geht es zum Katschhof. Dort wäre ein Bad in der Menge möglich. Wenn Trichet will. Abschluss ist um 13.20 Uhr in der Aula Carolina. Familienausflüge haben entspanntere Zeitpläne...

Das Karlspreis-Live-Fest steigt am Mittwoch, 1. Juni, ab 18.30 Uhr auf dem Katschhof. Um 19.30 Uhr wird Jean-Claude Trichet auf der Bühne zum Gespräch mit Professor Bernd Mathieu, Chefredakteur der Aachener Zeitung, erwartet. Am Donnerstag beginnt das Programm auf dem Katschhof um 13 Uhr. Musik kommt unter anderem von Romy Conzen, „Scala & Kolacny Brothers” und „Ton”.
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