Aachen - Ein Karlspreis für Optimisten

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Ein Karlspreis für Optimisten

Von: Marco Rose
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Die „Eiserne Lady“ aus dem Baltikum taut auf: Dalia Grybauskaite trifft nach dem Festakt Landsleute auf dem Aachener Katschhof. In Erinnerung bleibt vor allem ihr kühler Auftritt im Krönungssaal. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ganz Europa versinkt in Krisen-Depression, Euro-Zweifeln und Selbstmitleid. Ganz Europa? Nein! Ein von unbeugsamen Optimisten bevölkerter Landstrich im fernen Osten des Kontinents hört nicht auf, an den Euro zu glauben: Die Litauer, knapp drei Millionen Köpfe zählend, sind wild entschlossen, spätestens im Jahr 2015 die Gemeinschaftswährung einzuführen – allen Unkenrufen zum Trotz. Mit einer schmerzhaften Spar- und Konsolidierungspolitik haben sie sich für die Währungsunion fitgemacht. Und wurden dafür am Donnerstag mit dem Karlspreis belohnt.

Die litauische Präsidentin Dalia Grybaus­kaite widmete den ihr zugedachten Preis beinahe demütig ihren Landsleuten.

Sie weiß, warum: „Ungeheure Opfer“ habe man der litauischen Bevölkerung abverlangt, sagte Laudator Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments. 20 Prozent der öffentlichen Ausgaben seien eingespart, die Renten um zehn Prozent gekürzt worden. Ist der litauische Weg damit ein Erfolgsmodell für Europa?

Grybauskaite nutzte den Auftritt in Aachen für eine schonungslose Abrechnung mit den Krisenländern. Diese dürften sich nicht länger davor scheuen, Verantwortung auch für schwierige, harte und unangenehme Entscheidungen zu übernehmen. Brüssel könne den Staaten diese „Hausaufgaben“ nicht abnehmen.

Ausdrücklich lobte die Präsidentin in ihrer weitgehend emotionslosen Rede den auf europäischer Ebene zunehmend umstrittenen Kurs der Bundesregierung: „Deshalb erntet Deutschland die schärfste Kritik – und verdient unseren größten Respekt.“

Mehr zum Thema in der am Freitag erscheinenden Printausgabe und im ePaper.

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