Aachen - Donald Tusk kommt spät nach Aachen

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Donald Tusk kommt spät nach Aachen

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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In Reih und Glied: Der Sitzungssaal des Rathauses wurde gestern picobello hergerichtet für das Karlspreis-Europa-Forum, das heute mit prominenten Teilnehmern den ganzen Tag über stattfindet. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Protokoll hatte diesmal Schwerstarbeit zu leisten. Fast täglich änderten sich zuletzt die Rahmenbedingungen für die Karlspreisverleihung 2010, Termine wurden gestrichen, Programmabläufe kamen durcheinander, die Gästeliste änderte sich permanent.

Zu tun hat dies mit der komplizierten Situation im Heimatland des diesjährigen Preisträgers Donald Tusk - der Premierminister und ganz Polen sind immer noch dabei, die Flugzeugkatastrophe von Smolensk und dessen (politische) Folgewirkungen zu verarbeiten. Das bindet Zeit und Kraft, doch Mittwoch gegen 20 Uhr will der Regierungschef vor dem Rathaus stehen.

Sehr viel später als sonst üblich treffen Tusk und seine Delegation in Aachen ein. Gelandet wird in Geilenkirchen, nicht in Maastricht, von dort geht es weiter per Auto und im Helikopter. Nach der Ankunft auf dem Marktplatz wandern Tusk und die Aachener Gastgeber sofort weiter in die Aula Carolina, wo das traditionelle Abendessen stattfindet. Die Rede zum Dinner hält Jerzy Buzek, Präsident des Europaparlaments.

Die späte Ankunft bedeutet: kein Preisträger in der RWTH, kein Preisträger beim Katschhof-Fest. Und auch beim Europa-Forum kann Tusk nicht vorbeischauen, was sehr schade ist, denn dort wird es mit Sicherheit um die ganz aktuellen Themen gehen - Griechenland-Krise, Euro-Rettung.

Wesentlich beschwingter geht es ab 17.30 Uhr nebenan zu. Auf dem Katschhof beginnt die Open-Air-Fete zum Karlspreis, Mit von der Partie: das Duo Topolino, bestehend aus Nina Leonards (Violine, Gesang) und Norbert Scholly (Gitarre); der Chor Benedictus, der internationale Wettbewerbe gewonnen hat; und die Gruppe Forest Day, die Dampf macht mit ihren Streifzügen zwischen Polka und Balkan Beat.

Der Donnerstag: Um 11 Uhr beginnt im rappelvollen Krönungssaal die Verleihungszeremonie, die wieder per Großleinwand auf den Markt übertragen wird. Der Ablauf erfolgt nach bewährtem Schema, nur eine Änderung wird es geben: Am Anfang erklingen die Nationalhymnen Polens und Deutschlands, gedacht als Respektsbezeugung gegenüber dem immer noch trauernden Nachbarland im Osten. Aber auch deswegen, weil das Musikstück zu Beginn der Veranstaltung im Lauf der Jahre länger und länger geraten war...

Das lose verabredete Vier-Augen-Gespräch zwischen Tusk und seiner Laudatorin Angela Merkel wird es in dieser Form nicht geben, „aber für einen gemeinsamen Kaffee wird es wohl reichen”, vermutet OB Marcel Philipp. Der auch Dienstag fleißig seine Rede lernte - sofern er dazu die Zeit fand. Jedenfalls trug er den Text ständig bei sich, um sich in jeder freien Minute darin vertiefen zu können.

Auch morgen ist wieder Festäng auf dem Katschhof, gegen 13 Uhr geht es los. Es spielen und singen die Band Farfarello, der Kinderchor Familiae, die Klezmer-Truppe Dance of Joy, das Kinderorchester der Musikschule Aachen, die Königliche Harmonie Hergenrath. Dazu gibt es ordentlich zu essen und zu trinken, viele Infostände und -zelte und eine ganztägige „Interaktive Klang-Installation” von Etienne Favre.

Großer Andrang: Klosterplatz Mittwoch gesperrt

Am Mittwoch und am Donnerstag wird es wegen der Karlspreisfeierlichkeiten in der Innenstadt kurzfristig zu diversen „Verkehrslenkungsmaßnahmen” kommen. „Behinderungen und Beeinträchtigungen”, so das städtische Presseamt, seien nicht vermeidbar, sollen aber so gering wie möglich gehalten werden.

Der Klosterplatz zum Beispiel wird Mittwoch von 6 bis voraussichtlich 15 Uhr komplett gesperrt. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste müssen dort ihre Fahrzeuge abstellen, auch die Übertragungswagen der Fernseh- und Hörfunkanstalten werden dort untergebracht. Es sind mehr als üblich, der Medienaufwand ist diesmal sehr groß.
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