Kornelimünster - Auch am Ufer der Inde sind die Heiligen zu Hause

Auch am Ufer der Inde sind die Heiligen zu Hause

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Kleinod an der Inde und geistliches Zentrum seit 1200 Jahren: Im Juni und im Herbst strömen die Pilger auch nach Kornelimünster, das in diesem Jahr sein 1200-jähriges Bestehen feiert. Der historische Ortskern mit der Propsteikirche (Bildmitte) ist auch ein beliebtes Ausflugsziel. Foto: Manfred Kistermann

Kornelimünster. Seit 1200 Jahren gibt es den Ort mit dem mittelalterlichen Kern an der Inde. Und wer dies feiern will, kommt um Kloster und Kirche nicht herum. Im Todesjahr seines Vaters, anno 814, hat Kaiser Ludwig der Fromme, Sohn von Karl dem Großen, begonnen, mit seinem Freund und Berater, dem Heiligen Benedikt von Aniane, das Kloster Inda zu errichten.

Damit haben sie den Grundstein für Kornelimünster gelegt. Noch heute ist innere Einkehr, die Sehnsucht nach Ruhe, Gottesdienst in ganz unterschiedlichen Formen ein Grund für viele, den Aachener Stadtteil am Rande der Eifel aufzusuchen. Kloster- und Kirchenleben prägen bis heute das Geschehen des Ortes mit. Allemal, wenn auch die drei Tuch-Heiligtümer der Propsteikirche St. Kornelius anlässlich der Heiligtumsfahrt 2014 nach sieben Jahren wieder gezeigt werden.

Die Heiligtumsfahrt in Kornelimünster besteht aus zwei Teilen: Parallel zur Heiligtumsfahrt in Aachen werden auch die drei sogenannten biblischen Heiligtümer der Propsteikirche – das Schürztuch, das Grabtuch und das Schweißtuch Jesu – Ende Juni gezeigt. Ein zweites Mal haben Pilger die Gelegenheit zur Verehrung der Reliquien im September, wenn die Korneli-Oktav ansteht.

Auf der äußeren Galerie, die eigens dafür im späten Mittelalter an die Propsteikirche angebaut wurde, werden sie nur an zwei Tagen gezeigt – nämlich an den Sonntagen, 29. Juni und 14. September, jeweils um 15.30 Uhr. In der Propsteikirche sind die heiligen Tücher aber jeweils eine Woche lang ausgestellt (22. bis 29. Juni und 14. bis 21. September) und können tagsüber verehrt werden. Auch die prachtvolle Büste des Heiligen Kornelius mit den Knochenreliquien steht in der Kirche.

Das öffentliche Zeigen der Heiligtümer ist für Kornelimünster der Höhepunkt der Heiligtumsfahrt (siehe Bericht rechts). Doch im Programm finden sich noch weitere interessante Veranstaltungen, die einen Besuch lohnen.

Neben geistiger Erhebung bieten die Gottesdienste der Heiligtumsfahrt in der Propsteikirche auch kulturellen Genuss: Den Eröffnungsgottesdienst am Sonntag, 22. Juni, um 9 Uhr leitet Weihbischof Karl Borsch in neuem Messgewand. Am Sonntag, 14. September, um 11 Uhr wird beim Festgottesdienst mit Bischof Hugh Gilbert OSB aus Aberdeen das Werk „Lied vom Licht“ von Gregor Linßen aufgeführt.

Mit dabei sind neben einem Projektchor vier bekannte Aachener Musiker: Heribert Leuchter (Saxofon), Peter Schulz (Piano), Csaba Székely (Gitarre) und Steffen Thormälen (Schlagzeug). Ganz im Zeichen des Benediktinerordens steht das Pontifikalamt zum Abschluss der Heiligtumsfahrt am Sonntag, 21. September, um 11 Uhr in der Propsteikirche: Abtprimas Notker Wolf wird predigen, die Choralschola der Benediktinerabtei sorgt für die musikalische Gestaltung.

Der Düsseldorfer Wolf Ussler war mit seiner Kamera ganz nah am Leben von Ordensleuten. Das Ergebnis, die Fotoausstellung „Lebenslänglich – Alltag im Kloster“, ist vom 15. Juni bis 15. Juli in der Abtei Kornelimünster zu sehen.

Spuren benediktinischen Lebens in Kornelimünster in zwölf Jahrhunderten werden in der Ausstellung „Gestalt und Geschichte“ vom 14. September bis zum 2. November in der ehemaligen Reichsabtei gezeigt. Und wer nach den vielen geistigen und geistlichen Eindrücken von Gottesdienst, Musik und Pilgerweg eine wahrhaft irdische Stärkung braucht, dem sei das Pilgercafé im Pfarrheim „Paradies“ empfohlen. Während des ersten Teils der Heiligtumsfahrt ist es täglich außer Sonntag, 22. Juni, von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

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