Chaostage beim 1. FC Köln: Was sich im und um das Geißbockheim herum abspielt, ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Da dachte man, der Club sei auf einem guten Weg – und dann das! Man müsste schweigen, weil es im Grunde nichts mehr zu sagen gibt. Und doch . . .
Vor einer halben Stunde kam ein geschätzter Kollege bei mir vorbei. Das tut der schon mal häufiger, an sich ist das also kein besonderer Vorgang. Doch heute war sein Blick irgendwie verändert, etwas war anders, war nicht so, wie es sein sollte. Die Angelegenheit entwickelte sich bedenklich, als er mir behutsam die Hand auf meine Schulter legte. Da war sie wieder, die Mitleidsgeste. Und als der Kollege mir zu verstehen gab, dass es ganz gewiss nicht leicht sei, ein Fan des 1. FC Köln zu sein, war endgültig klar, dass ich wieder dort angekommen war, wo ich mich längst nicht mehr wähnte: im Tal der Tränen.
Ich bin es leid. Bin es satt. Habe keine Lust mehr. Will nicht mehr. Kann nicht mehr. Möchte nicht mehr. Ertrage es nicht mehr. Verstehe es nicht mehr. Hab ich es je verstanden? Ich drehe durch. Verliere den Glauben. Den Mut. Die Hoffnung. Die Zuversicht. Die Begeisterung. Verliere einfach alles. Das bisschen auch noch. Ich mag nicht mehr aufstehen. Wie oft kann man hinfallen und wieder aufstehen? Ich Verliere die Kraft. Will mich nicht mehr erwehren. Gegen die Häme. Die sich völlig zu Recht über mir ergießt. Wegen all der markigen Sprüche, der Überheblichkeit, der Aufgeblasenheit, des Größenwahns! Ich hab es nicht anders verdient. Ich bin ein FC-Fan. Ein kleines Licht. Nicht mehr. Nicht weniger. Immer noch. Weiterhin. Wie lange noch? Kann man das ertragen.
"Wir brauchen die totale Unterstützung von allen, die ein Herz für unseren Club haben", sagt Lukas Podolski. Ja verdammte Hacke, Poldi. Wieviel Unterstützung soll es denn bitteschön noch sein? Man kann es echt nicht mehr hören.