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Mittwoch, 27. April 2011
Aufh├Âren!
Chaostage beim 1. FC K├Âln: Was sich im und um das Gei├čbockheim herum abspielt, ist an Peinlichkeit nicht mehr zu ├╝berbieten. Da dachte man, der Club sei auf einem guten Weg ÔÇô und dann das! Man m├╝sste schweigen, weil es im Grunde nichts mehr zu sagen gibt. Und doch . . .


Vor einer halben Stunde kam ein gesch├Ątzter Kollege bei mir vorbei. Das tut der schon mal h├Ąufiger, an sich ist das also kein besonderer Vorgang. Doch heute war sein Blick irgendwie ver├Ąndert, etwas war anders, war nicht so, wie es sein sollte. Die Angelegenheit entwickelte sich bedenklich, als er mir behutsam die Hand auf meine Schulter legte. Da war sie wieder, die Mitleidsgeste. Und als der Kollege mir zu verstehen gab, dass es ganz gewiss nicht leicht sei, ein Fan des 1. FC K├Âln zu sein, war endg├╝ltig klar, dass ich wieder dort angekommen war, wo ich mich l├Ąngst nicht mehr w├Ąhnte: im Tal der Tr├Ąnen.

Ich bin es leid. Bin es satt. Habe keine Lust mehr. Will nicht mehr. Kann nicht mehr. M├Âchte nicht mehr. Ertrage es nicht mehr. Verstehe es nicht mehr. Hab ich es je verstanden? Ich drehe durch. Verliere den Glauben. Den Mut. Die Hoffnung. Die Zuversicht. Die Begeisterung. Verliere einfach alles. Das bisschen auch noch. Ich mag nicht mehr aufstehen. Wie oft kann man hinfallen und wieder aufstehen? Ich Verliere die Kraft. Will mich nicht mehr erwehren. Gegen die H├Ąme. Die sich v├Âllig zu Recht ├╝ber mir ergie├čt. Wegen all der markigen Spr├╝che, der ├ťberheblichkeit, der Aufgeblasenheit, des Gr├Â├čenwahns! Ich hab es nicht anders verdient. Ich bin ein FC-Fan. Ein kleines Licht. Nicht mehr. Nicht weniger. Immer noch. Weiterhin. Wie lange noch? Kann man das ertragen.

"Wir brauchen die totale Unterst├╝tzung von allen, die ein Herz f├╝r unseren Club haben", sagt Lukas Podolski. Ja verdammte Hacke, Poldi. Wieviel Unterst├╝tzung soll es denn bittesch├Ân noch sein? Man kann es echt nicht mehr h├Âren.
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Frage: Wie ertr├Ągt man es eigentlich, bekennender Fan des 1. FC K├Âln zu sein? Antwort: Schwer! Verdammt schwer! Betrachten wir es also einfach mal als angeborene Krankheit, gegen die es kein Heilmittel gibt. Man lebt damit. Und man leidet.

Redakteur

Thomas Thelen, Jahrgang 1968, kam vermutlich schon als Fan des 1. FC K├Âln auf die Welt. Will hei├čen: Die Leidensf├Ąhigkeit ist angeboren. Doch ist sie auch grenzenlos? Kreativit├Ąt schafft sie allemal. Deshalb wird ab sofort ├╝ber die Gei├čb├Âcke gebloggt. Bock-Blog!

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