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Der 1. FC Köln will Peter Hyballa? Man weiß ja nicht so genau, was die verantwortlichen Herren beim FC überhaupt wollen oder nicht. Hyballa, soviel steht wohl fest, wollen sie (zum jetzigen Zeitpunkt) aber nicht. Der Aachener Trainer hat ja auch gleich dementiert und seine Treue zur Alemannia beschworen. Und überhaupt: Selbst wenn der FC ernsthaft anfragen würde: Einen Gefallen würde sich Hyballa mit einem Engagement in Köln nicht tun.



Ja, er sei in dieser Woche tatsächlich in Köln gewesen, sagt Peter Hyballa bei der Pressekonferenz. Und dann zeigt er ein süffisantes Lächeln, das er sich, wer weiß das schon, vielleicht in seiner Dortmunder Zeit bei Jürgen Klopp abgeschaut hat. Hyballa hat Witz, versteht das Spiel mit den Medien, kennt das Geschäft. Man muss ja nicht gleich rausrücken mit der Wahrheit.

Was seine Jungs auf dem Platz zeigen sollen, hat ihr Trainer bei öffentlichen Auftritten längst perfektioniert: Seine Reden sind gespickt mit Spitzfindigkeiten, man könnte auch sagen, Peter Hyballa besitzt Finesse. Man hört ihm gerne zu, der Unterhaltungswert ist groß. Hyballa selbst weiß, dass er den Bogen nicht überziehen darf, man wird ja gerne gemessen an seinen Worten. Hyballa und der 1. FC Köln? Natürlich würde sich Aachens Trainer über ein Interesse freuen. Der Mann ist ein Thema.

Die Art und Weise, wie er Fußball spielen lässt, scheint in der Beletage des deutschen Fußballs die Runde gemacht zu haben. Und aktuell, das wird niemand bestreiten können, gehört der 1. FC Köln immer noch zu dieser Beletage – zumindest gibt das der Tabellenstand her. Vom Grundgefühl her (das sich speist aus der Außendarstellung, der mannschaftlichen Geschlossenheit, Dingen wie diesen halt) bewegt sich der 1. FC Köln aktuell mal wieder auf Kreisliga-Niveau. Dies ist umso erstaunlicher, als mit Volker Finke ein Mann verpflichtet wurde, dem man zutrauen durfte (und weiterhin darf?), das abstruse Chaos endlich zu beseitigen. Bislang ist das nicht gelungen. Im Gegenteil.

Finke wird gewusst haben, auf was er sich einließ, als er zum 1. FC Köln kam. Möglicherweise wird er den unangenehmsten Störfaktor aber unterschätzt haben: den Kölner Boulevard! Wer den im Nacken sitzen hat, der muss sich im Klaren darüber sein, dass es keine Ruhe geben wird. Niemals! Nie! Zu keinem Zeitpunkt! Man darf diese Passage durchaus aus Medienschelte auffassen. Doch sie ist nicht pauschal, sie geht eindeutig in eine Richtung, richtet sich gezielt gegen ein Kölner Boulevard-Blatt. Das treibt ein böses Spiel. Seit Jahren.

Wenn es zu gut läuft, finden die Schreiber irgendwo ein Haar in der Suppe. Mit Spitzfindigkeit oder Finesse hat das aber rein gar nichts zu tun. Das ist einfach nur plump und blöd. Und für den 1. FC Köln extrem schädlich. Die Verantwortlichen dort sollten sich endlich fragen, wie lange sie das Spielchen mit dem Boulevard, den sie bereitwillig füttern, noch spielen wollen.

Witz, Ironie, schöne Spielarten, ob auf oder neben dem Platz, sind beim 1. FC Köln nicht gefragt. Man würde Peter Hyballa wahrscheinlich gar nicht verstehen. Einer wie Hyballa ist zu anspruchsvoll – für Kölner Verhältnisse jedenfalls. Hyballa sollte bei einem Verein arbeiten, dessen Führungskräfte (auch hier gilt: auf und neben dem Platz) eine klare Distanz zum Boulevard zeigen – und diese auch leben. Mit anderen Worten: Peter Hyballa sollte bei Alemannia Aachen bleiben. Da hat er, wie er selbst sinngemäß formuliert, zwar deutlich weniger Möglichkeiten. Doch eines hat er ganz bestimmt: Das Gefühl, vom Großteil der Journalisten fair behandelt zu werden.

PS: Peter Hyballa war tatsächlich in Köln. Allerdings „nur“ an der Sporthochschule, Gast bei einem Kolloquium. Für alle, die bei der täglichen Informationsbeschaffung möglicherweise ausschließlich auf den Boulevard zurückgreifen: Ein Kolloquium (auch: Colloquium) ist ein Gespräch oder eine Unterredung und wird meist in seiner Bedeutung als wissenschaftliches Gespräch verstanden. Im akademischen Bereich bedeutet es meist einen fachlichen Gedankenaustausch ohne feste Form, im Gegensatz etwa zu einem Seminar. Quelle: Wikipedia.

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Frage: Wie erträgt man es eigentlich, bekennender Fan des 1. FC Köln zu sein? Antwort: Schwer! Verdammt schwer! Betrachten wir es also einfach mal als angeborene Krankheit, gegen die es kein Heilmittel gibt. Man lebt damit. Und man leidet.

Redakteur

Thomas Thelen, Jahrgang 1968, kam vermutlich schon als Fan des 1. FC Köln auf die Welt. Will heißen: Die Leidensfähigkeit ist angeboren. Doch ist sie auch grenzenlos? Kreativität schafft sie allemal. Deshalb wird ab sofort über die Geißböcke gebloggt. Bock-Blog!

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