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Montag, 31. Januar 2011
M├Ąnner sind die wahren Kinder
Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, an dem man dar├╝ber nachdenkt, eine Familie zu gr├╝nden, erhebt sich eine Frage ganz besonders: Bin ich schon bereit f├╝r Kinder?

Als Frau kann man sich diese Frage schnell beantworten, wirft man lediglich einen gezielten Blick auf den eigenen Mann und entwirft ein kleines Gedanken-Protokoll: R├Ąumt mein Mann auf? Kann er sich selbstst├Ąndig eine ausgewogene Mahlzeit zubereiten? Und im Falle, dass Sie zu Ihm gezogen ist, wurde Sie von Ihm mit Sicherheit in den korrekten Gebrauch eines elektrischen Haushaltsger├Ątes eingewiesen, und genau an diesem Punkt gilt es besonders aufmerksam zu sein. Denn es ist ein unglaublicher Unterschied, ob der Technikus einfach nur die Gebrauchsanweisung ├Ąu├čerst gewissenhaft studiert hat, oder ob das vermeintliche Fachwissen ├╝ber den Gebrauch auf tats├Ąchlicher, praktischer Handhabung basiert.

Doch anstatt diese Punkte kritisch zu durchleuchten, verliert Sie sich ganz in Ihrer Sentimentalit├Ąt, denn bedauerlicherweise verkl├Ąrt das mit unter etwas hilflose Verhalten eines Mannes auch den Blick der organisiertesten Frau. Vermutlich liegt das an diesem, eigentlich doch so n├╝tzlichen Gen, dass in uns M├Ądels das dringende Bed├╝rfnis weckt, dieses arme Wesen zu bemuttern und nach Strich und Faden zu verh├Ątscheln (die gleiche Wirkung haben im ├╝brigen auch kleine, knuddelige Tierkinder auf uns, die tolpatschig herumtapsen, rumsabbern und ├╝berall ihr H├Ąufchen machen).

So ist es also kaum verwunderlich, dass dieses "animalische" Verhalten des Mannes im Liebeswahn der Frau f├Ąlschlicherweise f├╝r tiefgr├╝ndige Sensibilit├Ąt gehalten, und der 'Ich-hab-alles-im-Griff-Schatz'-Blick fehl-interpretiert wird.
Die Frage, ob er denn nun auch ein guter Vater sei, verschwindet in einem tr├╝gerischen Gef├╝hl absoluter Gewissheit.
Wenn eine Frau dann Mutter wird, ver├Ąndert sich zwangsweise ihr Verhalten, ist vermutlich auch alles genetisch bedingt. Aber auch beim Mann sind ab sofort diverse Ver├Ąnderungen zu erkennen, wo hingegen bereits bestehende Macken sich derart verwurzelt zu haben scheinen, dass sie die Pers├Ânlichkeit des Angebeten ganz und gar dominieren.

Hat man ein, oder sogar mehrere kleine Kinder im Haus, so ger├Ąt beispielsweise das Thema "W├Ąsche" zwangsl├Ąufig in den Vordergrund. Die Waschmaschine wird zum engsten Freund und unabdingbaren Helfer, und obwohl die ganze Familienplanung ja meist erst einmal mit einem Kind beginnt, hat man als Mutter trotzdem den Eindruck man wasche f├╝r eine ganze Armee, kann sich diesen Umstand jedoch nicht ganz erkl├Ąren. Dies f├╝hrt sich fort: beim Einkaufen, Kochen, Putzen und dem nicht enden wollenden Aufr├Ąumen aller vorhandenen R├Ąumlichkeiten.

In den wenigen ruhigen Minuten, die man als Mutter nur hat, versucht man die Ursache f├╝r diese merkw├╝rdigen Umst├Ąnde zu finden. An dieser Stelle darf man im Zuge der Problemfindung auf gar keinen Fall den Fehler machen den Ehemann darauf anzusprechen, etwa mit den Worten: also irgendwie komme ich mit der Arbeit nicht ganz nach . . . Nein, tun Sie das nicht. Denn die Antwort liegt f├╝r den Gatten klar auf der Hand: du machst das ja auch ganz falsch! Du musst das alles besser organisieren! Andere Frauen k├Ânnen das doch auch! Wir ├╝berspringen die Frage: Wer sind 'andere'? Woher kennt mein Mann die? Und was haben die mit mir zu tun?

Nun ist es logisch das solche Kommentare weder konstruktiv noch tr├Âstend sind. Und w├Ąhrend die Frau in einem Gef├╝hl zwischen Emp├Ârung und Verunsicherung verschwindet, verdeckt der Herr nur seine eigenen Marotten und die sind vielseitig. Im K├╝hlschrank sind nie die Dinge, auf die Er Lust hat. Er schmollt. Sich selber etwas zum Anziehen heraussuchen wird zur Meisterleistung, an der Er dann letztendlich doch scheitert. Er schmollt noch mehr.

Im Wechselbad aus Wahnsinn und Ersch├Âpfung beginnt man nun das ein oder andere neu zu definieren. Kriegt das M├Ąuschen ein Z├Ąhnchen und darf am k├╝hlenden Bei├čring lutschen, braucht auch der Papa eine kleine Aufmerksamkeit, beispielsweise ein Sch├Ąlchen Eis. F├Ąngt das M├Ąuschen an zu Laufen, kommt auch bei Papa wieder Bewegung in die Sache (sp├Ątestens, wenn das Kleine die geliebte CD-Sammlung ansteuert), wof├╝r er selbstverst├Ąndlich auch ein gewisses Ma├č an Anerkennung ben├Âtigt. Wird das M├Ąuschen mit einem Pflaster verarztet, braucht auch der Papa sofort Erste-Hilfe. Bekommt das M├Ąuschen allerdings einen neuen Teddy geschenkt, der Papa hingegen sein aerodynamisches Fortbewegungsmittel gegen einen Familien-Van eintauschen muss, ist der Spa├č vorbei und das Schmollen steigert sich in ein leises Wimmern.

Genau dann macht es Klick und die Frau befindet sich genau jetzt an dem Punkt, an dem alles begonnen hat: ein herzzerrei├čender Blick, ein kleines Schmollen - und das Mama-Gen ├╝bernimmt wieder die Kontrolle! Lange Zeit hielt ich das alles nur f├╝r ein Klischee und war wild entschlossen, mich diesem in meiner eigenen Ehe zu entziehen, doch die Realit├Ąt holte mich zwangsweise ein.

Andererseits: Es ist doch sch├Ân,wenn man etwas zu geben hat und mit einem lieben Blick oder einem L├Ącheln daf├╝r entlohnt wird. Wir lieben unsere gro├čen Kinder genauso wie unsere kleinen - und manchmal vielleicht sogar ein bisschen mehr, wenn man das sagen darf. Denn es ist letztendlich unsere Liebe, um die sich unsere M├Ąnner so vollkommen verzweifelt - auch wenn nicht immer eindeutig erkennbar - bem├╝hen.

Und ist das am Schluss nicht das sch├Ânste Geschenk, die gr├Â├čte Anerkennung und die ergreifendste Art der Liebe, die uns unsere 'gro├čen Kinder' geben k├Ânnen?

Ich glaube schon und widme daher diesen Beitrag, nicht zuletzt mit einer gewissen Dankbarkeit, dem Gr├Â├čten meiner Kinder: meinem Mann!

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28.02.2012 05:35 Uhr
Garten f├╝r Kinder kommentiert (Homepage)
Hihi ich kann nur voll und ganz unterschreiben, was du da sagst. Mein Mann ist auch mein gr├Â├čtes Kind und auch das, welches nie erwachsen wird. Ich erinnere mich noch sehr gut, als unsere Kinder noch klein waren. Nach dem Besuch auf dem Spielplatz hatte mein Mann oft den nassen Hosenboden, weil er zuerst gerutscht war. Typisch Mann halt. LG Enna
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Stephanie Maassen bloggt in Kind und Kegel

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