1. Blog Mathieu
    - Chefsachen aus der Redaktion
  2. Menschenskinder
    - Ein Vater berichtet über Kind und Kegel
  1. Aixtra Bewusst
    - Arno Ostländer über (Zwischen-)Menschliches
  2. Auf der Couch
    - Die Therapiestunde mit Monika Koch
  3. Motorblog
    - Rolf Reiners über alles, was rollt
  4. Querbeet
    - Peter Behrens aus dem grünen Bereich
  1. Aachener Allerlei
    - Das tägliche Leben im Westzipfel
  2. Bitte, bitte! Danke, danke!
    - Kartoffelkäfer, Tivoli-Kicker und Fußballkult
  3. Sportplatz
    - Spannende Spiele und pfiffige Vereine
  4. Weltweit
    - Aus der Region rund um den Globus
Montag, 31. Januar 2011
Männer sind die wahren Kinder
Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, an dem man darüber nachdenkt, eine Familie zu gründen, erhebt sich eine Frage ganz besonders: Bin ich schon bereit für Kinder?

Als Frau kann man sich diese Frage schnell beantworten, wirft man lediglich einen gezielten Blick auf den eigenen Mann und entwirft ein kleines Gedanken-Protokoll: Räumt mein Mann auf? Kann er sich selbstständig eine ausgewogene Mahlzeit zubereiten? Und im Falle, dass Sie zu Ihm gezogen ist, wurde Sie von Ihm mit Sicherheit in den korrekten Gebrauch eines elektrischen Haushaltsgerätes eingewiesen, und genau an diesem Punkt gilt es besonders aufmerksam zu sein. Denn es ist ein unglaublicher Unterschied, ob der Technikus einfach nur die Gebrauchsanweisung äußerst gewissenhaft studiert hat, oder ob das vermeintliche Fachwissen über den Gebrauch auf tatsächlicher, praktischer Handhabung basiert.

Doch anstatt diese Punkte kritisch zu durchleuchten, verliert Sie sich ganz in Ihrer Sentimentalität, denn bedauerlicherweise verklärt das mit unter etwas hilflose Verhalten eines Mannes auch den Blick der organisiertesten Frau. Vermutlich liegt das an diesem, eigentlich doch so nützlichen Gen, dass in uns Mädels das dringende Bedürfnis weckt, dieses arme Wesen zu bemuttern und nach Strich und Faden zu verhätscheln (die gleiche Wirkung haben im übrigen auch kleine, knuddelige Tierkinder auf uns, die tolpatschig herumtapsen, rumsabbern und überall ihr Häufchen machen).

So ist es also kaum verwunderlich, dass dieses "animalische" Verhalten des Mannes im Liebeswahn der Frau fälschlicherweise für tiefgründige Sensibilität gehalten, und der 'Ich-hab-alles-im-Griff-Schatz'-Blick fehl-interpretiert wird.
Die Frage, ob er denn nun auch ein guter Vater sei, verschwindet in einem trügerischen Gefühl absoluter Gewissheit.
Wenn eine Frau dann Mutter wird, verändert sich zwangsweise ihr Verhalten, ist vermutlich auch alles genetisch bedingt. Aber auch beim Mann sind ab sofort diverse Veränderungen zu erkennen, wo hingegen bereits bestehende Macken sich derart verwurzelt zu haben scheinen, dass sie die Persönlichkeit des Angebeten ganz und gar dominieren.

Hat man ein, oder sogar mehrere kleine Kinder im Haus, so gerät beispielsweise das Thema "Wäsche" zwangsläufig in den Vordergrund. Die Waschmaschine wird zum engsten Freund und unabdingbaren Helfer, und obwohl die ganze Familienplanung ja meist erst einmal mit einem Kind beginnt, hat man als Mutter trotzdem den Eindruck man wasche für eine ganze Armee, kann sich diesen Umstand jedoch nicht ganz erklären. Dies führt sich fort: beim Einkaufen, Kochen, Putzen und dem nicht enden wollenden Aufräumen aller vorhandenen Räumlichkeiten.

In den wenigen ruhigen Minuten, die man als Mutter nur hat, versucht man die Ursache für diese merkwürdigen Umstände zu finden. An dieser Stelle darf man im Zuge der Problemfindung auf gar keinen Fall den Fehler machen den Ehemann darauf anzusprechen, etwa mit den Worten: also irgendwie komme ich mit der Arbeit nicht ganz nach . . . Nein, tun Sie das nicht. Denn die Antwort liegt für den Gatten klar auf der Hand: du machst das ja auch ganz falsch! Du musst das alles besser organisieren! Andere Frauen können das doch auch! Wir überspringen die Frage: Wer sind 'andere'? Woher kennt mein Mann die? Und was haben die mit mir zu tun?

Nun ist es logisch das solche Kommentare weder konstruktiv noch tröstend sind. Und während die Frau in einem Gefühl zwischen Empörung und Verunsicherung verschwindet, verdeckt der Herr nur seine eigenen Marotten und die sind vielseitig. Im Kühlschrank sind nie die Dinge, auf die Er Lust hat. Er schmollt. Sich selber etwas zum Anziehen heraussuchen wird zur Meisterleistung, an der Er dann letztendlich doch scheitert. Er schmollt noch mehr.

Im Wechselbad aus Wahnsinn und Erschöpfung beginnt man nun das ein oder andere neu zu definieren. Kriegt das Mäuschen ein Zähnchen und darf am kühlenden Beißring lutschen, braucht auch der Papa eine kleine Aufmerksamkeit, beispielsweise ein Schälchen Eis. Fängt das Mäuschen an zu Laufen, kommt auch bei Papa wieder Bewegung in die Sache (spätestens, wenn das Kleine die geliebte CD-Sammlung ansteuert), wofür er selbstverständlich auch ein gewisses Maß an Anerkennung benötigt. Wird das Mäuschen mit einem Pflaster verarztet, braucht auch der Papa sofort Erste-Hilfe. Bekommt das Mäuschen allerdings einen neuen Teddy geschenkt, der Papa hingegen sein aerodynamisches Fortbewegungsmittel gegen einen Familien-Van eintauschen muss, ist der Spaß vorbei und das Schmollen steigert sich in ein leises Wimmern.

Genau dann macht es Klick und die Frau befindet sich genau jetzt an dem Punkt, an dem alles begonnen hat: ein herzzerreißender Blick, ein kleines Schmollen - und das Mama-Gen übernimmt wieder die Kontrolle! Lange Zeit hielt ich das alles nur für ein Klischee und war wild entschlossen, mich diesem in meiner eigenen Ehe zu entziehen, doch die Realität holte mich zwangsweise ein.

Andererseits: Es ist doch schön,wenn man etwas zu geben hat und mit einem lieben Blick oder einem Lächeln dafür entlohnt wird. Wir lieben unsere großen Kinder genauso wie unsere kleinen - und manchmal vielleicht sogar ein bisschen mehr, wenn man das sagen darf. Denn es ist letztendlich unsere Liebe, um die sich unsere Männer so vollkommen verzweifelt - auch wenn nicht immer eindeutig erkennbar - bemühen.

Und ist das am Schluss nicht das schönste Geschenk, die größte Anerkennung und die ergreifendste Art der Liebe, die uns unsere 'großen Kinder' geben können?

Ich glaube schon und widme daher diesen Beitrag, nicht zuletzt mit einer gewissen Dankbarkeit, dem Größten meiner Kinder: meinem Mann!

 Kommentar (1)    Trackbacks (0)  

Trackback URL von "Männer sind die wahren Kinder"
Adresse per Rechtsklick kopieren und in Ihrer Blogsoftware verwenden
Keine Trackbacks

28.02.2012 05:35 Uhr
Garten für Kinder kommentiert (Homepage)
Hihi ich kann nur voll und ganz unterschreiben, was du da sagst. Mein Mann ist auch mein größtes Kind und auch das, welches nie erwachsen wird. Ich erinnere mich noch sehr gut, als unsere Kinder noch klein waren. Nach dem Besuch auf dem Spielplatz hatte mein Mann oft den nassen Hosenboden, weil er zuerst gerutscht war. Typisch Mann halt. LG Enna
Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Artikel
Bitte geben Sie hier Ihren Kommentar ein:
Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse:
Ihre Homepage:
Antworten auf:
 
 
Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!
senden     Vorschau 

Wenn Sie vom Nachwuchs berichten möchten oder vielleicht Lustiges mit den Nachbarskindern erlebt haben, dann machen Sie das hier.

Stephanie Maassen bloggt in Kind und Kegel

Oktober '14
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31    
Zurück zurück weiter Vorwärts