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Alemannias Hauptsponsor schickt die fristlose Kündigung

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Wie alles begann: Alexander Goy (rechts), der damals und bis zu seiner Heirat Quitschau hieß, übergibt Timo Skrzypski symbolisch ein Trikot vor der Saison. Foto: Jerome Gras

Aachen. In der Mittagszeit kam ein Bote am Tivoli vorbei und überbrachte die „fristlose Kündigung“ des Hauptsponsors Check2win. Deren Geschäftsführer Alexander Goy teilte Alemannias Geschäftsführer Timo Skrzypski mit, dass man den am 15. Juni 2016 geschlossenen Sponsorvertrag „fristlos“ kündige. „Aus wichtigem Grund.“ Konkreter wurde er nicht.

„Höchst vorsorglich kündigen wir zum nächsten Zeitpunkt ordentlich. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Gründe so schwergewichtig sind, dass dies nicht notwendig ist.“ Mit seinem letzten Satz kündigt Goy dann an, dass „Zahlungen nicht mehr geleistet“ werden. Goy sagt, dass sei die Reaktion auf die „fruchtlosen Gespräche“, die man zuletzt geführt habe.

So endet eine Partnerschaft abrupt, die im letzten Sommer auf zwei Jahre angelegt wurde. Die Parteien werden sich möglicherweise dann vor Gericht wiedersehen. Bei Alemannia herrschte schon seit Wochen größerer Ärger über das erst im Februar gegründete Unternehmen, seitdem die letzte für Anfang Dezember erwartete Tranche ausgeblieben ist.

Seitdem versucht der Klub, so sagt es Geschäftsführer Timo Skrzypski, die Situation zu klären. Im Raum steht nach Informationen dieser Zeitung eine Forderung von etwa 140.000 Euro. Schon vor Weihnachten gab es ein Gespräch mit dem Check2win-Geschäftsführer Alexander Goy, sagt Skrzypski. Gezahlt wurde danach nicht, der Klub reagierte mit einer Zahlungserinnerung.

Beim nächsten Kontakt kurz vor Silvester sei mitgeteilt worden, dass eine Teilzahlung bereits angewiesen sei, erinnert sich Alemannias Chef der Zahlen. Passiert sei wieder nichts. Irgendwann in den letzten Stunden ist dann der Geduldsfaden am Tivoli gerissen, weil auch weitere Fristverlängerungen ignoriert worden seien. Zuletzt war der 9. Januar noch als Zahlungstermin genannt worden.

Der Kündigung wurde sofort anwaltlich widersprochen, unverändert fordert Alemannia das Geld vom (ehemaligen) Hauptsponsor. Alemannia will nun, wie in einigen Schreiben zuvor angedeutet, das Geld mit anwaltlicher Hilfe eintreiben. Der eingeforderte Betrag wird größer, da anwaltliche Gebühren anfallen. „Diese möglichen Schritte haben wir zuletzt sauber unserem Hauptsponsor kommuniziert“, sagt Skrzypski.

Angebliche Zusagen

Goy hatte vor ein paar Tagen schriftlich mitgeteilt, dass er vom Klub vor dem Geldfluss eine Zusage haben wolle, dass keine weitere Insolvenz in den nächsten Monaten drohe. Er habe bereits bei Alemannias letzter Insolvenz Geld verloren. „Das soll sich nicht wiederholen.“ Goy sagt, ihm seien Zusagen schriftlich zugesichert worden, die aber ausgeblieben seien. Skrzypski dementiert solche Vereinbarungen. „Es gibt einen eindeutigen Vertrag, alles andere ist uninteressant.“ Ein Fall für die Anwälte. Alemannia will juristisch gegen das Unternehmen vorgehen, das aus Vereinssicht einseitig die Zahlungsmodalitäten geändert hat.

Beim ersten Wettkampf in diesem Jahr werden Alemannias Spieler wie gewöhnlich den Schriftzug des Hauptsponsors tragen. „Die Situation ist unerfreulich, weil die Kommunikation schwierig war und uns mehrfach Zusagen gemacht wurden, die nicht eingehalten wurden“, sagt Skrzypski, „aber wir wollen keine Schlammschlacht.“ Alemannias Anwälte prüfen nun die vertraglichen Folgen, der Verein schaut, „ob uns jemand helfen kann in dieser Situation“. Das Logo auf dem Trikot wird (vorerst) nicht verschwinden. „Wir haben einen Vertrag, den wir ordnungsgemäß erfüllen.“

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