Aachen - Aachens Stimme auf Twitter verstummt: Trauer um Sabine Nowak

Aachens Stimme auf Twitter verstummt: Trauer um Sabine Nowak

Von: heck
Letzte Aktualisierung:
14972867.jpg
Sie stand hinter „WirlebenAC“ und „Karl_derGrosse“ auf Twitter: Sabine Nowak. Foto: Marc Heckert

Aachen. Sie die Stimme Aachens im Internet zu nennen, dürfte keine große Übertreibung sein. Sabine Nowak betrieb mehrere weithin bekannte Webprojekte, galt als eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Region im Sozialen Netzwerk Twitter und vernetzte als Organisatorin zahlreicher Treffen die lokale Internetgemeinde. In dieser Woche ist sie überraschend verstorben.

Einem größeren Kreis bekannt wurde die studierte Germanistin und gelernte Buchhändlerin, deren Leidenschaft die Welt des Antiquariats war, durch WirlebenAC. In diesem sogenannten kuratierten Twitter-Projekt begleitete seit 2013 allwöchentlich ein neuer Kommentator das Aachener Stadtleben aus seiner Sicht. Mehrere hundert ganz verschiedener Perspektiven kamen auf dem Twitter-Account @wirlebenAC so zusammen, von der Grafikerin bis zum Lokführer.

Weit weniger Eingeweihte wussten dagegen, dass Sabine Nowak, die selbst unter @missmarple76 twitterte, auch hinter dem bekannten Account @Karl_derGrosse steckte. Aus der Sicht eines knöchernen Kaisers im Karlsschrein kommentierte sie mit ebenso viel Humor wie Hintergrundwissen das Geschehen in „ihrer“ Stadt.

Nicht nur Historiker hatten einen Heidenspaß an Karls pointenreichen Anmerkungen, die um so unterschiedliche Themen wie die Tour de France, Donald Trump und die Sachsenkriege kreisten. „Morgen ist Karlspreis“, twitterte Karolus Magnus am 24. Mai. „Wehe, es fragt noch mal wer, wie viel so ein Karl denn kostet.“

Gastro-Führer aufgebaut

Während die zwischen Ponttor und Jakobskirche groß gewordene Aachenerin beruflich als freie Kommunikationsberaterin und Social-Media-Expertin aktiv war, gewann sie weitere Bekanntheit durch ihre Hingabe zu gutem Essen und guter Küche. Ihr Gastro-Führer www.aachengehtessen.de, aufgebaut zusammen mit der Bonner Foodbloggerin Karin Krubeck, sorgte mit fundierten Restaurantkritiken für Orientierung im lokalen Gastronomiebereich.

Wer Sabine Nowak selbst treffen wollte, brauchte nur zu einem der ungezählten sogenannten „Aachener Testessen“ in wechselnden Restaurants zu kommen, zu denen sie in den vergangenen Jahren regelmäßig unter den Hashtags #teAC , #pteAC, #bteAC und #steAC auf Twitter öffentlich einlud. Im Lauf der Jahre dürfte es kaum ein Burger-, Pizza- oder Schnitzelrestaurant in der Stadt gegeben haben, das nicht schon von einer Schar Twitterer mit Smartphones besucht worden wäre.

Ihr plötzlicher Tod am Dienstag, nur wenige Tage nach ihrem 41. Geburtstag, löste im Netz Fassungslosigkeit aus. Hunderte von Twitterern äußerten sich betroffen und traurig über die Nachricht. „Sie war eine meiner scharfsinnigsten, witzigsten und charmantesten Twitter-Kontakte“, schrieb einer ihrer Follower. Und fügte hinzu: So wie im Internet sei sie auch im wahren Leben gewesen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert